Dev: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Moni
22 Jahre
Reiterin
Der Regen prasselt leise an dein Fenster, es fühlt sich an als wäre es eine Nachricht, eine die an dich gerichtet ist, die du nicht ignorieren kannst. Eine Nachricht bei der du dich fragst, ob es ein Gruß sein könnte. Vielleicht der deiner Eltern? Wer weiß. Du bist eine Gezeichnete, gezwungen dazu dem Reiterquadranten beizutreten, und wenn du genauer überlegst, hast du alles daran gehasst. Der Moment als du deine Eltern verloren hast, weil sie Rebellen waren, war der Moment, als man dich gebrochen hatte. Es war so ein Schmerz, der sich in dir kanalisiert hatte, den du kaum ausschalten konntest. Und dann denkst du auch heute noch daran, kannst es nicht hinter dir lassen, bist eher besonders geplagt und geprägt von diesen Schatten, die dich immer wieder heimsuchen.

Hal ist deine Partnerin, dein Drache, ohne sie, hättest du die Jahre auf dem Basgiath nie überstanden. Und sie hat dich auch dazu gebracht, dass alles ein wenig weniger zu hassen. Wenn sie nicht wäre, wärst du vermutlich schon längst vollkommen aufgeschmissen. Aber sie hat dich an einen Punkt gebracht, wo du realisiert hast, dass es gar nicht so schlecht ist eine Reiterin zu sein. Deine Fähigkeit ist die Pflanzenmanipulation, was kein Wunder ist, da du dich schon immer zu der Natur hingezogen gefühlt hattest. Kein Wunder, denn du kommst ja aus einem Ort, der am Meer ist. Du liebst das Rauschen der Wellen, die Freiheit, die dieser Ort ausstrahlt und die Momente, an denen du dich einfach nur sicher und richtig fühlst. Auch wenn dein Zuhause dich schmerzlichst immer daran erinnern wird, was du wirklich verloren hast.

Du bist eher von einer zurückhaltenden Natur, ziehst dich zurück und schnitzt deine kleinen Holzfiguren, das ist es was dir am meisten Spaß bereitet. Deine Freunde wählst du mit Bedacht, aber du bist niemand, der richtig auf andere zugeht, es ist einfacher wenn das jemand anders übernimmt. Du bist keine Kampfmaschine, du übst dich aber auch nicht in Zurückhaltung, denn wenn es einmal klar ist, dass du kämpfen musst, dann hältst du dich nicht zurück. Manchmal kannst du ein wenig melancholisch sein, was vermutlich daran liegt, dass du deine Eltern vermisst.

Als du erfahren hast, dass Hal an eine andere Drachin gebunden war, und das ausgerechnet dein Professor Zarek war, wusstest du nicht wie du damit umgehen solltest. Doch irgendwas an ihm, ist anziehend, und du kannst es nicht ignorieren. Nur dürfest du das niemals zulassen, denn solche Beziehungen sind verboten.
6 Ingameposts | 03.04.2026, 17:21
Basgiath War College
gespielt von alice
21 Jahre
Reiterin
Du bist wie eine Katze — landest immer auf den Pfoten.
Mit Krallen und Zähnen kennst du dich auch aus. Du ziehst an Haaren, du kratzt und du beißt, wenn du musst (oder willst). Deine Finger sind so flink, dass du damit früher nicht nur Brote klauen konntest, auch Münzen im Vorbeigehen aus Taschen irgendwelcher Herren, die definitiv mehr Glück in der Lebenslotterie gehabt haben, als du. Dass du deinen Vater nie kennengelernt hast, ist eine Sache, nennen wir’s: Pech (oder Glück?!). Dass deiner Mutter die Mittel gefehlt haben, ihren Kindern ‘ne warme Mahlzeit auf den Tisch zu stellen, ist doppelt Pech. Hast früh gelernt dich durchzuschlagen. Ellenbogen raus. Du bist nicht leise, du bist laut — außer dann, wenn du schnell wie der Wind durch die enge Gasse rennst, Herzschlag bis zum Hals, hier abbiegst und da über eine Mauer springst, nein, fliegst und du liebst das Gefühl. Ob du auch Drachenreiterin geworden wärst, wenn du’s nicht gemusst hättest? (Ja. Nein. Vielleicht.) Hast nie die Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Kein Platz für Träume zwischen aufgeschürften Knien und blauen Flecken, zwischen: wer spuckt am weitesten und wer lacht am hässlichsten. Dir fehlen lange Zeit gute Vorbilder, auch wenn du’s nicht zugeben willst. Dir fehlt die strenge Hand des Vaters (oder eines anderen Mannes), denken Nachbarn und du denkst: fick dich und zeigst deinen Mittelfinger. Du lässt dir deine Welt nicht erklären, lässt dir die Butter nicht vom Brot nehmen, bist Straßenköter wenn es darum geht, deine Meinung durchzusetzen.
Du bist ein Wildfang, nur fangen lässt du dich nicht.

Hätte alles besser werden können.
Erst die Exekution. Dann die neue Familie. Ein anderes Umfeld, eine andere Stadt, eine Mutter, die wirklich da ist, ein Vater, der gutes Geld nach Hause bringt (und manchmal greifst du einfach zu und niemand merkt’s — weil sie nicht damit rechnen oder weil sie die Münzen nicht vermissen, ist dir scheiß egal).
Aber nichts wird besser. Du bist wütend und traurig und allein und du wirst noch lauter, schleichst dich heimlich weg, nachts, tags, immer dann wenn man dich zwei Minuten aus den Augen lässt, dann bist du weg. Dich kann man nicht einsperren, du findest immer einen Weg. Bist lieber überall, nur nicht da, wo man dir Worte in den Mund legt, die nicht deine sind und dich in Kleider steckt, die dir nicht passen wollen. Du schlägst deiner „neuen Schwester“ ‘nen Zahn aus, weil sie schlecht über deine tote Mutter spricht. Du klaust eine goldene Uhr auf einem vollen Marktplatz und wirst zum ersten Mal erwischt. Tränendrüse rettet dich. Du bist froh, als du da weg kannst und du bist traurig (schon wieder), weil’s heißt, dass du Calanthe erstmal nicht mehr siehst. Der einzige Mensch, der dir (noch wirklich) wichtig ist.

Das Gute an Basgiath?! Du musst nicht mehr um deine warme Mahlzeit kämpfen. Das Schlechte?! Überall sind Männer, die denken, sie müssen dir die Welt erklären. Das findest du ä t z e n d und zum k o t z en . Aber du findest auch die Freundinnen, mit denen man das aushalten kann — und wenn du heut noch klaust, dann entweder Messer auf der Matte oder einfach nur zum Spaß oder den Süßkram anderer, weil’s sich mit Schokolade eben am besten lästern lässt.
40 Ingameposts | 21.04.2025, 14:31
Basgiath War College
gespielt von alice
30 Jahre
Reiterin
Es donnert.
Regen peitscht dir ins Gesicht. Blitze zucken links von dir, rechts von dir, über dir. Deine Hand rutscht über spiegelglatte Schuppen, aber du kennst jeden Dorn, jeden Stachel, jedes Horn. Könntest blind über den Rücken deines Drachen tanzen (aber nicht wenn um euch so ein heftiger Sturm tobt; oder: dann nur, wenn’s unbedingt sein muss, wenn’s gar nicht anders geht). Das hier fühlt sich wie Freiheit an. Der Wind zieht an dir, will euch trennen, will ihn nach hinten drücken, niederreißen, aber er legt die Flügel an und du kannst sein düsteres Lachen bis in die hinterste Ecke deines Schädels spuken hören — er liebt dieses Wetter mindestens so sehr wie du (und wie du ihn). Statt im Sturzflug nach unten zieht’s ihn nach oben, nie weg von der Gefahr, sondern immer mitten rein (ihr seid euch echt so gleich), direkt ins Herz aus pechschwarzen Wolken, Donnergrollen und der puren Energie, die euch so sehr vertraut ist, weil sie auch unter deiner Haut sitzt.
Zwei Herzschläge, die inne halten, ihr amtet nicht, aber ihr tut’s im Einklang — kurz ist alles so dunkel, dass du nichts mehr siehst, dann bricht er durch die Wolkendecke und es ist vorbei. Jetzt heult der Sturm unter und ohne euch.
Du lässt dich nach hinten fallen, Blick in den Himmel. Wenn ihn die Sonne berührt und er noch regennass ist, dann wirken seine sehr, sehr blassen, extrem hellbraunen Schuppen fast als wär er weiß; kein Wunder, dass man ihn Ghost nennt. Und, weil ich den Tod bring. Du nickst; und deswegen. Und weil er in jedem Sturm genau das ist: ein Geist, taucht ganz plötzlich unter, über, hinter dir auf, im grau-schwarz-Mix von Gewitterwolken erst schwer zu sehen, doch dann, wenn ein Blitz direkt neben ihm aufzuckt, dann wirklich beinah weiß.
Ihr bringt den Tod zusammen.

Wenn’s nach dir geht, dann könntest du ewig mit ihm da oben bleiben.
Ist nicht so, als würdest du die Verantwortung scheuen, die unten auf dich wartet (das tust du nie, deine Schultern sind schmal, zierlich, aber sie tragen viel), nicht so, als ob du die Abwesenheit anderer Menschen gut finden würdest (nicht generell, im Gegenteil, du magst Nähe, eine kleine Berührung hier, eine zufällige Hand an einem Arm dort), ist nicht so, als ob du nein sagen würdest, zu einem gemeinsamen Abend mit Freunden, einem vollen Krug Bier (nie zu Zeit, die du nicht allein verbringen musst) und es ist nicht so, als wüsstest du nicht, dass dich spätestens die drei kleinen Herzchen auf vier Pfoten zurück nach unten ziehen würden (und die Blumen, die niemand gießt, wenn du’s nicht tust) — aber hier oben fühlt sich alles andere kurz klein und unbedeutend an (nicht so wie sonst), und zwischendurch genießt du das.
Nur kurz: einatmen, ausatmen, frei atmen. Alles ist so leicht wie du’s andere gern denken lässt und wie du’s wirklich gern hast.
Du musst nicht an die Lügen denken, die dir wie Zucker über die Lippen kommen (weil eine Rebellion eben das mitbringt: lügen — und wer würde diesem Augenaufschlag nicht jede Lüge glauben?), nicht an deine Eltern, die du endlich wieder besuchen willst (weil du nicht weiß, wie lang’s noch geht), oh und nicht an den Mann, der sich wie’n Parasit zwischen deine Rippen schiebt (auch, wenn du das noch gar nicht siehst) — nein, hier oben ist’s nur du und Ghost. Und manchmal reicht das einfach aus.
25 Ingameposts | 30.04.2025, 10:24
Militär Navarre
gespielt von Jani
33 Jahre
Schriftgelehrte
Aurelia Ganasdir. Aurelia Seagha. Wenn man den Listen vertraut, existiert nur noch eine dieser Personen. Hast deinen Mädchennamen hinter dir gelassen, weil es keine Rolle spielt: Namen tragen keinerlei Bedeutung. Sie verblassen in den Schatten der Geschichte. Bleiben vielleicht als Flüstern in den Archiven zurück, als Markierungen in Büchern – doch irgendwann verschwinden sie selbst dort. Werden im Angesicht der Zeit über Generationen hinweg vergessen. Du fühlst keine Traurigkeit darüber, bist nicht hier, um deinen Namen unsterblich zu machen. Willst formen, prägen, hinterlassen. Die Worte, die du schreibst, die Entscheidungen, die du triffst: es sind jene, die zählen. Bist von einem Pragmatismus umgeben, der sich bereits in deiner Kindheit manifestiert hat. Warst lieber umringt von Büchern als von Menschen. Hast Erklärungen und Logik besser verstanden als Emotionen. Dich selten dem Idealismus hingegeben und dich stattdessen auf umsetzbare Lösungen fokussiert. Du hast die Überzeugungen deines Vaters geerbt, aber den Verstand deiner Mutter. Vielleicht bist du ihr deswegen in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt; um nicht müde zu werden. Neue Herausforderungen zu finden. Nimmst die Welt in Formen und Mustern, Bildern und Abfolgen wahr – wie Sprachen, die einem wiederkehrenden Rhythmus nachgehen. Fühlst dich umgeben von Tinte und Federkielen zuhause, liebst das raue Pergament zwischen deinen Fingern. Hauchst den toten Sprachen wieder Leben ein, zu wichtig sind die Inhalte, die in ihnen verborgen liegen. Zu gefährlich das Wissen, welches ansonsten durch Zufall erlangt werden kann. Bei dir war es nicht anders: bist in die Geheimnisse des Königreiches hineingeschlittert. Unbewusst, aber nicht ahnungslos. Hast schnell die Bedeutung verinnerlicht, die Notwendigkeit in dem Handeln der Generäle gesehen. Es hat den Kern deiner Arbeit geändert. Schreibst nicht mehr nur Berichte, leitest keine simplen Informationen mehr weiter: sondern verschleierst, lügst und beeinflusst. Wärst du ein besserer Mensch, würde es dir vielleicht schlaflose Nächte bereiten, aber deine eigenen Motivationen verhindern es. Nicht der Krieg entscheidet darüber, wer das Richtige tut. Er entscheidet darüber, wer am Ende überlebt. Und für dich zählt nicht mehr als das: das Überdauern des Königreiches. Willst keine zweite Rebellion erleben, willst das Land in Sicherheit wissen. Und auch wenn es nicht deinem Wesen entspricht, stimmst du der Meinung deiner Vorgesetzten zu: manchmal ist Nicht-Wissen besser. Zumal es nichts ändern würde – der Krieg und die Verluste würden dennoch existieren. Nur der Feind wäre ein anderer.


Du hast dich in den letzten Jahren weiterentwickelt: durch deine Verantwortung und deine Aufgaben. Bist nicht mehr nur stille Beobachterin, sondern Strategin. Hast gelernt in Momenten des Chaos Ruhe zu bewahren. Deinen rationalen Gedanken zu folgen, statt dich von Gefühlen leiten zu lassen. Gibt nur wenige Situationen, wenige Menschen, die dich deine Selbstbeherrschung vergessen lassen. Der Tod deines Bruders hat für Tränen auf deinem Gesicht gesorgt. Zu schmerzhaft war der Abschied, um dich darüber zu sorgen, wer sie hätte sehen können. Deine Freunde entlocken dir ein Lachen, selbst wenn du es hinter einem Augenrollen zu verstecken versuchst. Und im Angesicht deines Ehemannes bröckelt deine ganze Fassade. Kannst deine Gefühle nicht immer fassen, sie nicht immer kontrollieren – lässt zu, dass deine Gedanken in der Zweisamkeit stolpern. Dass du dein Gleichgewicht verlierst, weil du weißt, dass er dich selbst in den hitzigsten Diskussionen auffängt. Er dich nicht fallen lassen würde, selbst wenn du dabei wärst, zu zerbrechen. Vermutlich würdest du es allein hinbekommen: aber musstest es in den vergangenen Jahren nicht sein. Hast nicht nur eine Bestimmung, sondern auch eine Familie in deiner Staffel gefunden. Ein zuhause entfernt von deiner eigentlichen Heimat in Tyrrendor. Selbst wenn deine Tätigkeiten noch immer verwoben mit der Provinz und ihrer Kultur sind und du weißt, dass beides Teile deiner Geschichte sein werden. Denn wer bist du, wenn nicht das, was du hinterlässt?
24 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Navarre
gespielt von Katja
23 Jahre
Reiter
Rian Eodhan weiß, dass es einige gibt, die ihm aus dem Weg gehen. Puscht hier und da durchaus auch sein Ego. Ist doch gut, wenn man respektiert wird. Jetzt vielleicht fraglich, wie man Respekt definiert, aber darüber macht er sich keine Gedanken. Mit seinem Ego hat er nämlich kein Problem, vermutlich auch ein Grund warum er durchaus Risikobereit ist. Hier und da ist vielleicht sein Temperament auch etwas problematisch. Impulsiv, wie er ist, kann es schon mal sein, dass er ein bisschen die Beherrschung verliert, wenn man ihm dumm kommt, kann schon mal blöd ausgehen. Wie blöd kommt noch darauf an, ob er einen prinzipiell mag und respektiert oder nicht. Sein Maß an Selbstbeherrschung ist sehr darauf abgestimmt. Gezeichnete haben es grundsätzlich schwer mit ihm, die verachtet er nämlich, steht ihnen misstrauisch gegenüber und – weil es das einfachste ist – lädt ihnen einfach Mal mit die Verantwortung auf, dass seine Schwester in Aretia bei der Niederschlagung der Rebellion auf Seiten des Königreichs ums Leben gekommen ist. Reiter zu werden hat er spätestens damals beschlossen - dem Regime zu dienen, mit zu verhindern das so etwas noch einmal vorkommt. Er steht hinter dem Königreich, macht aus seiner Treue auch kein Geheimnis, verachtet die ein wenig, die dem zu kritisch gegenüber stehen und lässt es die Jenigen auch merken. Sein Ehrgeiz und Motivation hat auch dazu geführt, dass er 1. Offizier seiner Staffel ist. Prinzipiell unterstützt er die Mitglieder dieser auch – nur Gezeichnete haben es auch hier nicht unbedingt leicht mit ihm, haben aber immerhin auch den Vorteil, dass er ihnen nicht wirklich etwas kann. An die Regeln und die Struktur des Militärs hält er sich nämlich.

Vor Herausforderungen schreckt er nicht zurück, er ist eher der, der gerne Herausfordert und seine Überlegenheit beweist, kann dabei aber nicht so wirklich gut damit umgehen, wenn er daran scheitert und verliert. Nimmt er persönlich und kann einen danach noch weniger ausstehen. Als wirklich bösartig würde ihn vermutlich trotzdem nicht jeder bezeichnen, weil er eben auch anders sein kann. Kommt eben sehr darauf an, wer ihm gegenüber steht. Freunde und Menschen, die ihm wichtig sind, bekommen durchaus auch ein gewisses Maß an Loyalität. Er mag zwar im allgemeinen sich selbst nicht ganz zu vergessen, macht aber für diejenigen Abstriche und kann ein guter Freund sein. Denen deckt er auch den Rücken, ist für sie da und Unterstützt sie.
33 Ingameposts | 17.06.2025, 21:18
Basgiath War College
gespielt von Berrie
42 Jahre
Reiter
Du warst vier, als du das erste Mal deine Sachen gepackt, deine Heimat verlassen hast. Sieben, als Aufbruch nicht mehr ein einmaliges Ereignis für dich darstellte. Zwölf, als du endlich realisiert hattest: Beständigkeit ist kein Muster, das sich in dein Leben einweben würde. Stattdessen sind da viele lose Fäden, die in alle Richtungen zeigen, von überall aus an dir ziehen. Warst frisch zwanzig, als du das erste Mal die Schere genommen und für dich entschieden hast. Einen Lebensweg gewählt hast, der konträr zu allem steht, was du die letzten Jahre über erlebt und kennengelernt hast. Reiter stand lange Zeit nicht auf deiner Wunschliste. Wurde nicht in sauberen schwarzen Buchstaben verewigt, direkt neben all den anderen Gedanken und Gefühlen, die du täglich dokumentiert hast. Mit deinem Schritt in die Selbstständigkeit hast du sie alle verworfen, hinter dir gelassen. Den Ballast nicht in den kleinen, schwarzen Rucksack geladen, der dich über den Viadukt und in ein neues Leben begleitete. Heute hast du dir, so sagt man, das Beste erhalten. Vereinst deine Vergangenheit mit deiner Zukunft, bist Diplomat wie du Soldat bist; kennst das Leben an herzoglichen, adeligen Höfen, wie das an der Grenze, im Inland und überall dort, wo man dich die letzten Jahre gebraucht hatte. Wofür war dabei schon immer ein hartnäckiges Leitmotiv. Einfach folgen, blind, ist nicht deine Art. Aufgaben auf herkömmliche Art und Weise lösen, dem Lehrbuch folgen – passt nicht zu dir. Doch aber passt du ausgezeichnet zu anderen. Kannst dich auf nahezu jede Situation, Konversation, Konfrontation einstellen, kannst mitspielen und sein, wer du sein musst. Sagen, zeigen, geben, was nötig ist, weil es das ist, was du als Kind bereits hast lernen müssen. Fäden aufnehmen. Netze spinnen. Ironie des Schicksals, dass dir diese Fähigkeit so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass sie sich auch in deiner Magie widerspiegelt. Dass es gerade diese Fähigkeit ist, die dich eigentlich zum Schriftgelehrten prädestiniert hatte – und dir nun schon seit Jahren Aufgaben beschert, die du bei den Göttern nie in Erwägung gezogen hättest. Stadtwache klingt in etwa so langweilig wie Innendienst, königliche Leibgarde schon ein bisschen besser. Mentor aber; nun, das harmoniert schon deutlich mehr mit deinem Gemüt. Bist geduldig, resilient, frust- und fehlertolerant. Und, ach ja, dann ist da ja noch besagte Magie und der Kreis, der sich schließt: die Fäden, die du spinnst, sind nie berechnend, nie auf deinen Vorteil bedacht, nie dazu gedacht, zu kontrollieren. Und doch tust du genau das, wenn du’s tun musst. Wenn sie dazu dienen, Kontrolle in eine unkontrollierbare Umgebung zu bringen. Konzentriert webst du die Netze, die sich in schimmrigem Silber um jene empfindsame Stelle legen, die Mensch und magischen Gefährten eint. Jene eine Stelle, die sie verbindet. Du umgarnst sie, buchstäblich, hältst sie fest, schirmst ab. Trennst, was nicht getrennt werden sollte und zahlst jedes Mal den Preis dafür. Für dein Land. Für deinen König. Für die Geheimnisse, die du nie hattest haben wollen, nun aber hütest wie einen Schatz. Du sprichst nicht gern von Schicksal, von Vorbestimmung. Willst deine Fäden gerne selbst in der Hand halten, selbst entscheiden, wann du wieder nach der Schere greifst und doch – fühlt es sich seit Jahren nicht mehr danach an. Fremdgesteuert, fremdbestimmt und trotzdem stets bemüht, du selbst zu bleiben.
20 Ingameposts | 03.04.2025, 10:05
Militär Navarre
gespielt von Miri
20 Jahre
Reiterin
Wenn wir beide Tiere wären, dann wärst du eine Maus und ich ein Löwe. Du lachst, dabei kommt die Zahnlücke gut zur Geltung. Nur Spaß, sagst du und fragst dann lieber welches Tier er gerne wäre. Alles passt nicht so gut wie Maus, aber er ist dein Bruder, also darf er sich sein Tier schon selber aussuchen.

Abends im Bett träumst du, nicht dass du eine Löwin bist, sondern dass du auf einem Drachen reitest und die Sterne berührst. Es ist das was du willst, woran du immer wieder denkst. Für kleine Dinge bist du nicht gemacht, aber für die ganz großen Momente, dafür schon. Für groß und laut und wild und vielleicht bist du dann im Traum doch ein bisschen Löwe, wenn du brüllst und alle Sterne zittern.

Deine Füße tragen dich überallhin.
Mama hat schon oft versucht dich zu stoppen, aber es ist schwer, wenn du daran denkst bis zum Sonnenuntergang zu laufen, wenn du an Bäume denkst, die du hochklettern willst und nie, wirklich nie stillsitzen kannst. Du bist der flinke Griff zum Arm von Freunden, die du ziehst, mitreißt, immer in Bewegung, immer schon bei der nächsten Idee. Nie klein, sondern gleich immer riesig. Zusammen da erfindet ihr geheime Sprachen, ergründet die dunklen Keller auf der Suche nach Abenteuer und schwimmt bis zum tiefsten Punkt, wo Schätze und Geheimnisse liegen. Mit denen kennst du dich aus. Du gibst kleine Fingerschwüre und flüsterst anderen was ins Ohr, schwörst etwas immer für dich zu behalten und nimmst diese Dinge so todernst, dass es nicht darum geht wer die Vase kaputt gemacht hat, oder die letzten Bonbons gegessen hat, für dich geht’s da immer um die ganze Welt.

Du fühlst so viel.
Alles und ganz intensiv. Mama sagt, dass in deiner Brust zwei Herzen schlagen und sie legt dir dabei die Finger ganz sacht auf den Brustkorb. Spürst du’s? Du kneifst die Augen zu, sehr konzentriert. Und dann kannst du es fühlen. Dieses Doppel-Herz, das so kräftig schlägt. In dem Platz für alle ist, die du liebst und für Marienkäfer und den Hasen, den du jeden Sommer überall mithin nimmst, der neben deinem Bett schläft, bis er es irgendwann nicht mehr tut und bei dessen Beerdigung du eine Rede hältst und weinst, weinst, weinst als wäre es das Ende der Welt.

Wenn man Dinge so intensiv fühlt, dann fühlt sich alles schnell wie das Beste und das Schlimmste an. Du lachst laut, am lautesten, gern über deine eigenen Witze und du liebst doll, aus ganzem Herzen, mit riesigen Umarmungen und Kosenamen und einem Beschützerinstinkt den du so von deinem Bruder lernst. Und du wütest, wie ein Sturm, der keinen Stein auf dem anderen stehen lässt, regst dich auf, weil laut sein nicht nur in eine gute Richtung funktioniert, sondern auch in die andere. Wenn du Sachen kaputt machen willst und schreien und immer wieder weinen, weil alles sehr viel ist und weh tut und viel ist.

Du bist Klugscheißer, du bist tausend Ideen für einen Moment, du bist offene Arme und immer noch was sagen, schweigen nur dann, wenn’s wirklich gebraucht wird. Du bist Hosen, die du selber kurz schneidest und Röcke, die zu lang sind. Ein Grinsen mit Zähnen und „mein Bruder ist mein Held“ und es immer ernst meinen. Du bist die, die sofort ja sagt, bei der man Nachts um drei am Zimmer klopft und wo man zusammen auf dem Bett sitzt bis alles weniger scheiße ist. Du bist endloses quasseln und Händchen halten, weil zusammen für dich immer leichter ist. Mit dem Kopf durch die Wand, immer eine Meinung, aber genauso auch die Stille, das Nase rümpfen, wenn du merkst: zu doll und dich zurücknimmst, deine Meinung revidierst. Du schreibst die schönsten Karten mit den liebevollsten Worten, malst Herzen an jeden Namen und sagst: ich liebe dich, lieber zehn Mal zu oft, seit du weißt wie Verlust geht. Drückst deine Freunde nochmal fester, nuschelst: ich liebe dich, zu denen, weil sie’s brauchen, hören müssen. Weil du denkst: wenn ich nicht mehr da bin, dann sollen sie’s gewusst haben.
59 Ingameposts | 21.04.2025, 13:07
Basgiath War College
gespielt von alice
30 Jahre
Flieger
„Hey, Pearl — fang!“
Du reagierst schnell genug um die Portion Seetang abzufangen statt direkt ins Gesicht geklatscht zu kriegen (nicht, dass dich das wirklich gestört hätte) und du wirfst postwendend zurück; seichte Wellen tragen nicht nur dich, sondern auch dein Lachen.
Hier draußen weiß eigentlich fast jeder, dass man sowas mit dir machen kann, dass man keine Sorge vor einer Retourkutsche in Form von geballten Fäusten zu befürchtet hat, obwohl du (sein wir mal ganz ehrlich) total danach aussiehst. Ist die Mischung aus einem trainierten Körper und den vielen Tätowierungen, den Ringen im Ohr und in der Nase und dem Blick, der einfach deiner ist, auch wenn du überhaupt keine resting bitch bist.
Du bist — nett. Also, du bist wirklich nett. Hilfsbereit. Zuvorkommend. Aufmerksam. Du kannst gut geben, besser als ohne Gegenzug zu nehmen. Mit dir kann man nicht nur Spaß haben sondern auch Späße machen, du bist nicht besonders nachtragend und nimmst Dinge nicht zu ernst, es sei denn es sind Dinge die wirklich ernstzunehmen sind (das kannst du schon ganz gut differenzieren) — oder man verletzt wirklich, aber das geht nicht so schnell. Du bist ein guter Zuhörer und verdammt emphatisch, hast ein natürliches Gespür für andere Menschen und eine Gabe, die das nur noch unterstützt und dich zu einem ziemlich guten Leser (und Freund) macht.

Dein verbissener Wille und die Fähigkeit genau zu wissen, was du willst und wo du sein und wo du (heute, morgen, übermorgen) stehen willst, hätte dich sicher zu einem verdammt guten Erben des Familiengeschäfts gemacht — aber das bist nicht du.
Du willst frei davon sein und dich selbst entscheiden und du selbst sein. Für deine Eltern ist es widersprüchlich, dass du aus diesen Gründen ausgerechnet Flieger geworfen bist, weil’s in ihren Augen das Gegenteil von Freiheit bedeutet. Aber du siehst das anders. Nichts Neues, du siehst Vieles anders als deine Eltern, nur ein Grund mehr um nicht in ihre Fußstapfen zu treten, sondern deinen eigenen Weg zu gehen.
Gegen an, wenn’s sein muss, auch wenn du am Ende eigentlich gar nicht so sehr Rebell bist, wie du oberflächlich betrachtetest den Anschein machst.

Was du stattdessen bist?!
Harte Schale, weicher Kern.
Das ist, was dich am besten beschreibt; die harte Schale, wie die von ‘ner Perle und dein weicher Kern, der besteht aus Salzwasser und Gischt.
Du liebst die Sonne im Gesicht genau so sehr wie den Sturm in den Haaren und die Schwerelosigkeit, wenn unter, über, vor und hinter dir, wenn überall nur’s Meer ist.
Mama hat nicht umsonst schon vor so vielen Jahren gesagt, dass du Fischblut in den Venen hast.
43 Ingameposts | 04.06.2025, 18:41
Militär Poromiel
gespielt von alice
41 Jahre
Reiter
Du bist da.
Egal, ob’s ein guter Rat mitten in der Nacht ist, eine helfende Hand (einerlei wobei), 'ne Schulter zum anlehnen oder zum dran ausweinen, ein aufmunterndes Lächeln, ein schlechter oder wahlweise ein wirklich guter Scherz, gemeinsam irgendwas kaputt machen (nicht, weil du das brauchst, aber weil du genau weißt, dass das anderen manchmal hilft), schweigen, aber trotzdem zusammen weil alleine sein grade schwer ist, ein Besuch in der Spelunke, auf deine Kosten, kein Problem. Ein aufmunternder Blick, manchmal nur ein Zwinkern.
Du bist das Stück Heimat, das verloren geht, wenn man im Krieg an der Front steht und trotzdem, du versuchst genau das für die um dich herum zu sein. Gibst dir Mühe, jeden, der neu an deinen Stützpunkt kommt, zu empfangen und den Einstieg, Umstieg, Umzug so leicht und entspannt wie möglich zu machen. Bist guter Freund und Ansprechpartner, immer ein offenes Ohr, Fels in der Brandung, auf dich ist Verlass, weil du willst, dass es das ist und weil du weißt, wie unsicher und unbeständig euer Leben eh schon ist (und wie schnell’s vorbei sein kann).
Merkst dir kleine Dinge und Details, die Lieblingsblumen deiner Staffelkameradin (für eine kleine Vase vor ihrem Zimmer in der Kaserne) und die Leibspeise des Leutnants, der noch so verdammt jung ist aber nicht im Traum daran denkt, zu zeigen, dass er Angst vor langen Nächten an der Grenze hat — manchmal hilft Kartoffelbrei.

Dein Lachen ist viel wärmer als Sonnenschein und du lachst gerne, du lachst viel. Wenn man dich nicht kennt, dann denkt man nicht im Traum daran, dass unter sieben Schichten Herzlichkeit und Wärme ein tiefer, schwarzer Abgrund klafft, aus dem du selbst nur schwer wieder nach oben gekommen bist (aber du bist es); bist Kämpfer, nur meistens mehr für alle anderen. Willst die Menschen in deiner Nähe glücklich sehen. Dass du dich deinem eigenen Glück dabei selber in den Weg stellst, das ist dir bewusst. Aber egal. Du lächelst das weg — egal.
Schleifst lieber scharfe Kanten anderer rund(er), lieber noch eine schlaflose Nacht, nicht für dich oder wegen dir, sondern weil jemand anderes dich braucht — alles, bloß um dich nicht damit auseinander zu setzen, dass das Herz in deiner Brust seit kurzem manchmal stärker schlägt.
35 Ingameposts | 14.04.2025, 14:42
Militär Navarre
gespielt von alice
23 Jahre
Reiter
Vaelor (Vaelor, [ˈvaːlɔr], abgl. valor, n.)
bed. Tapferkeit, Heldenmut oder auch Mut, Beherztheit, Kampfesmut
Name einer einst höchst angesehenen Militärfamilie, die über mehrere Jahrhunderte hinweg hohe Rän —

Ganz ehrlich? Scheiß drauf.
Du weißt, was dein Name bedeutet. Du kennst deine Geschichte. Du weißt, dass dein Urgroßvater viel zu früh gefallen ist und dass weder Name noch Rang noch Siegelkraft noch irgendwas den Sturz abgefedert hat. Der Fluch (schon klar, es ist nicht wirklich ein Fluch, aber’s wirkt wie einer), der seitdem auf deiner Familie liegt, hat in dir seinen Endgegner gefunden. So sagt und will es zumindest dein Vater und so ist es auch.

Du bist der geborene Anführer, du ordnest dich unter (solange du musst), strebst gleichzeitig nach oben; immer noch ein bisschen mehr, ein bisschen weiter, bisschen schneller, bisschen besser, ein bisschen härter (vor allem deine Schläge, vor allem deine Schwerthand, vor allem du). Du denkst voraus, kannst gut zusammenhalten und hast diese Präsenz, die es braucht: man hört dir zu. Bist scharfsinnig, hast deutliche (nicht komplett utopische) Ziele vor Augen, kannst dich gut ausdrücken und Verantwortung übernehmen, für dich und für andere, du führst mit harter, klarer Hand und scheust nicht vor Entscheidungen, auch wenn die manchmal hässlich sind (und du, du bist das auch (im übertragenen Sinn!)).
Du weißt, wo dein Platz ist und du weißt, wo dein Platz in Zukunft sein soll; deine Siegelkraft ist dein direktes 5*-Ticket an die Front (yes!) — und du lässt dir die Butter sprichwörtlich nicht vom Brot nehmen, real kann sie wer anders haben; Butter schmeckt dir nicht.

Wo wir beim Thema wären: vieles schmeckt dir nicht und damit mein ich nicht nur das Essen auf dem Tisch.
Deine Familie hat ‘ne klare Haltung zum Königreich, zur Rebellion — du auch. Als hättest du da selbst etwas verloren, als wärst du dabei gewesen. Schwachsinn — oder irgendwie auch nicht Schwachsinn, weil Narga, das Biest das dein Drache ist, sehr wohl dort war und weil sie dort sehr viel verloren hat und, oh (oder eher: oh, oh!) es passt verdammt viel Hass und Rachewunsch in diese 8,15 Meter große, blutrote Schuppengewalt. Zusammen seid ihr ein Paar, dem man auf Fluren oder Flugfeldern lieber aus dem Weg geht (wenn man nicht zu deinem Schwarm gehört); dir zumindest dann, wenn du ‘nen schlechten Tag hast und Narga, naja, Narga hat nie gute Tage.

Wobei man schon sagen muss, seit du in Führungsposition bist, hältst du dich etwas zurück.
Nicht, dass du Konfrontationen scheust, im Gegenteil, aber du rempelst vielleicht nur noch jeden dritten Rookie, der dumm im Weg steht, im Vorbeigehen an, statt jeden einzelnen doppelt und du achtest (schon lange) darauf, dass man dir deine Haltung im Bezug auf Gezeichnete (und die meisten anderen) nicht an der Nasenspitze abliest. Zahlt sich aus, immerhin sitzt du in "deinem" Geschwader ausgerechnet direkt unter einem von denen. Am Ende aber: kein Problem. Du magst die wenigsten hier genug als dass es auffallen würde, wen du am meisten scheiße findest.
Dennoch: Arschloch hat man dir schon seit deiner dritten Herausforderung und deinem Counter, der auf 2 gestiegen ist, nicht mehr offen hinterhergerufen — oder, naja, zumindest nicht ohne blutige Nase.

Oh und dann wär da noch dieser unfassbar immense Druck (der manchmal ein Ventil braucht), fast vergessen.
Du sollst ja deine Familie nach jahrelanger Talfahrt wieder auf’s alte Treppchen bringen. Die Vaelor-Krone hast du schon poliert als du manifestiert hast, bist das beste, was deiner Familie (und deinem Vater) hätte passieren können, lebst jetzt seine Träume und deine eigenen, die fallen hinten runter, die hat’s eh nie gegeben.

Ob du manchmal einsam bist?!
Niemals. Du hast ja deine Staffel und deinen überaus netten (nicht) und sozialverträglichen (doppelt nicht) Drachen. Und Freunde. Wenige. Aber das reicht.

(Und jeder Tag fühlt sich so an, wie Biss für Biss das eigene Herz zu fressen.)
16 Ingameposts | 29.06.2025, 16:39
Basgiath War College
gespielt von alice
23 Jahre
Reiterin
„Du siehst aus wie deine Mutter.“ — ja, das weißt du.
Das hast du schon so oft gehört. Immer, eigentlich. Jedes Mal, wenn deine Oma zu Besuch kommt, immer, wenn’s mal wieder alte Familienfreunde schaffen, nach Wochen, Monaten oder Jahren in Montserrat vorbei zu sehen. Selbst der eine, uralte Heiler in Basgiath hat’s gesagt, als du zum ersten Mal mit einer angeknacksten Rippe und einer aufgeplatzten Lippe bei ihm auf einer Liege sitzt. Dann hat er dir erzählt, dass sie eine seiner Lieblinge war, so eine sanfte Seele und so eine liebevolle und nette Frau und dann sagt dir dieser Mann, der dich eigentlich gar nicht kennt, dass er das auch in dir sieht.
Und er hat Recht.
Du bist deiner Mutter nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten. Es sind nicht bloß ihre Augen, ihre Haare, ihre Wangenknochen, ihr süßes Lächeln, die helle Porzellanhaut und die zierliche Statur. Es ist noch mehr: du hast auch ihre Empathie bekommen und das hohe Maß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Du hast die gleiche, sanfte Seele und ein ähnliches, zartes Gemüt. Manchmal hängt dein Kopf zwischen Wolken und Sternen fest, aber wenn’s drauf an kommt, bist du da. Immer. Ganz. Wach.

Ja, vielleicht liegt dir Theorie nicht besonders gut. In praktischen Fächern bist du schon während der Schulzeit besser als in Mathe und Geschichte. Du bist kreativ, die kannst backen und kochen und du malst für dein Leben gerne, du bist gern draußen und barfuß und, ja, du bist vielleicht auch eine Träumerin, dann und wann. Du liest gern, findest dich in Buchzeilen wieder — oder gehst darin verloren. Du schreibst gern Briefe. Du magst Sommer lieber als den Winter weil du nicht gerne frierst, du magst Tiere und bist der Meinung, dass sie’s Leben genauso verdient haben wie du selbst. Du bist süß, niedlich, auf den ersten Blick nicht so ein furchteinflößender oder furchtloser Drachenreiter, wie’s die meisten anderen sind. Du bist — anders, ja, vielleicht, aber deswegen nicht schlechter in deiner Arbeit. Dein Drache denkt für dich mit und du vertraust ihm, aber an deiner Siegelkraft hast du von dir aus immer hart und immer viel gearbeitet, tust du auch heute noch, willst noch viel lernen. Oh, und du schießt mit einer Armbrust verdammt zielsicher, auch (oder eher: besonders) auf bewegte Ziele. Liegt vielleicht daran, dass du ein ganz natürliches Gefühl dafür hast, Situationen zu lesen und, ja, nächste kleine Schritte vorherzusehen. Das hilft dir im Kampf, vor allem im Einsatz deiner Gegenmagie.
Aber darüber hinaus?! Würdest du kein Schwarz tragen, dann würde man dich auf den ersten Blick ganz sicher den Heilern zuordnen. So wie deine Mutter.
Da zeigt’s sich: auch, wenn du ihr so ähnlich bist, bist du am Ende doch ganz anders. Du reitest einen Drachen und das sagt doch schon alles, oder!? Und jetzt, an diesem neuen Ort an dem niemand deine Mutter kennt, hast du zum ersten Mal die Chance nur Aella (oder Aelly) zu sein und nicht "die Tochter von" und nicht "du siehst so aus wie sie", nein — hier siehst du nur aus wie du. Ein Blatt Papier auf dem nicht schon ein anderer Name über deinem eigenen steht.

Und das ist neu und aufregend und spannend.
(Oh und manchmal vielleicht ein kleines bisschen beängstigend.)
14 Ingameposts | 23.05.2025, 18:25
Militär Navarre
gespielt von alice
50 Jahre
Reiter
Das Lagerfeuer knistert, die Nacht ist schwarz und wolkenverhangen, aber das stört dich nicht — euch, euch stört das nicht. Drei Tage konntest du dir frei nehmen um einer Tradition zu folgen, die du neu in deine Familie gebracht hast. Eine Woche bevor’s nach Basgiath geht, geht’s nach mal nach draußen, zelten. Etwas, das dir heilig ist und immer heilig war: Zeit mit deinen Kindern. Du hättest noch mehr davon haben können (sowohl Kinder als auch Zeit). Nach dem ersten hast du damals nur im Scherz gesagt, dass du ‘ne ganze Staffel haben willst. Drei ist dafür nicht genug aber für euch als Familie war’s perfekt.
Sowieso. Dein Leben ist nach außen hin perfekt. Deine Frau ist unheimlich liebevoll, ein wunderschöner Mensch, von innen und außen, liebt und hegt und pflegt dich und die Kinder wie’s besser nicht geht. Du hast ein gutes, ein glückliches Leben gelebt, lebst es immer noch — auch wenn zwischen Alltag und Routine manches doch zur Gewohnheit wird. Du gibst dir Mühe, dass es das nicht tut. Du nimmst deine Arbeit ernst, schon immer und auch wenn du nicht (wirklich) loyal hinter deiner Frau stehst, hinter deinem Königreich tust du das schon. Du beherrscht deine Siegelkraft verdammt gut und du kannst führen, auch wenn du das nie mehr als bis zum 1. Offizier verfolgt hast — das hat dir gereicht.
Darüber hinaus?!
Du lachst viel, gerne, laut, du spielst Karten, du wettest dann und wann und manchmal gewinnst du, du tanzt jeden Jungspund an die Wand, dein Hüftschwung ist wirklich legendär, deine Kinder sind tolle Personen geworden, du liebst sie und sie lieben dich und deine Frau vergöttert dich und du solltest deine Frau lieben, aber die liebst du nicht — upsi.
Oder anders: du liebst sie schon, irgendwie, und du liebst das was ihr habt (die Kinder) aber dein Herz, das will immer nur was anderes.

Dass du dich vor zweiundzwanzig Jahren in einen Mann verliebst, der frisch ausgebildet in deiner Staffel stationiert wird, kommt für dich wie ein Gewitter bei bestem Sonnenschein; ungeplant, unvorhergesehen. Und das bleibt.
Du stößt ihn so oft weg, Fehler, die du gemacht hast und die sich nicht wiederholen dürfen. Aber Liebe kann nicht falsch sein, oder? Du willst deine Frau nicht verletzen, niemals, nie die Menschen, die dir wichtig sind und doch, doch, doch baust du dein Konstrukt aus Lügen über die Jahre immer höher und der Mann, den du liebst, wird der Onkel deiner Kinder und ihr tauscht verstohlene Küsse, heimlich, in der Küche während sie die drei zu Bett bringt (und was du nicht sicher weiß, ist: sie weiß es und sie liebt dich genug um dich zu lassen).

Du weißt, dass das falsch ist. Du hasst, dass du es trotzdem tust. Manchmal wünscht du dir, dass du drei Mal anders abgebogen wärst und dann, wiederum, wenn du bei den Kindern bist oder er bei dir ist, fühlt sich alles ziemlich richtig an.
Wie hat er’s genannt? Du bist sein Schicksal. Und vielleicht ist er auch deins.
22 Ingameposts | 12.05.2025, 18:39
Militär Navarre
gespielt von Katja
47 Jahre
Reiter
Ob es das Alter oder die Erfahrung ist, oder ob man den Glauben daran verloren hat, dass Licht einen noch erreicht. Hunter schert sich nicht mehr groß darum, was Menschen von ihm halten, oder denken. Wenn man von sich selbst im Grunde nur Schlechtes erwartet, dann kann man auch getrost darauf scheißen – pardon – was andere glauben zu wissen. Das Auftreten des Mannes wird häufig von einer gewissen Bitterkeit und Härte geprägt. Freundlichkeit sucht man grundsätzlich erst einmal lange bei ihm und seine Art ist – nett beschrieben – eher als barsch und direkt zu beschreiben. Höflichkeit betrachtet er als reine Zeitverschwendung und setzt stattdessen nachdrücklich auf schonungslose Ehrlichkeit. Dabei nimmt er selten ein Blatt vor den Mund und seine Ausdrucksweise ist häufig alles andere als Jugendfrei. Über sich selbst macht der Reiter sich keine großen Illusionen. Er teilt die Welt vor allem in Schwarz und Weiß ein, wobei er Weiß nur einen kleinen Raum gibt. Dunkelheit sieht er als vorherrschend an, um ihn herum, in ihm selbst. Seine eigene Dunkelheit, hat er angenommen und sieht in sich selbst keinen guten Menschen. Aber vielleicht ist er ein schlechter Mensch, der versucht auf der richtigen Seite zu stehen. Einer der bereit ist Grenzen zu überschreiten und vielleicht so Dinge erreichen kann, an denen andere scheitern, weil sie diese Grenzen nicht bereit sind zu durchbrechen, weil sie Angst davor haben, was es sie selbst kosten könnte. Hunter kennt diese Angst nicht, weil er glaubt, dass nicht mehr viel in ihm verloren gehen kann. Er ist bereit den Preis zu zahlen, wenn es Jene beschützt, die ihm noch etwas bedeuten, denen er Loyalität entgegenbringt. Dabei kann er schonungslos sein und ein erneutes Versagen, will und kann er sich nicht gestatten. Zu schwer wiegt die Schuld, die auf seinen Schultern liegt, als Vater versagt zu haben und die Hinrichtung seiner Tochter nicht verhindert haben zu können. Dieses Ereignis hat einen Großteil seines heutigen Charakters geprägt. Die Hilflosigkeit, die immer noch in seinen Eingeweiden wühlt, hat sich seit dem nie ganz vertreiben lassen und sich nur von dieser gewissen Wut in Griff halten lässt, die er immer mit sich rumzutragen scheint. Vorher schon. Seit dem noch mehr. Vertraut und ein willkommenes Ventil. Hunter scheint immer ein wenig angespannt zu sein und nicht selten kommt es vor, dass er die Kontrolle verliert. Ein Stück Erleichterung und für einen Moment eine Hilfe, um den Schmerz im Inneren zu vergessen. Zu den meisten pflegt er ein eher distanziertes Verhältnis und hinter diese Mauern zu kommen – ist erst einmal nicht leicht. Er ist verschlossen und abweisend. Es fällt ihm schwer, andere an sich ran zu lassen. Er weiß, dass er eher verbittert ist und nicht mehr viel Gutes sieht. Er weiß, dass er sich verändert hat, weniger lacht als früher und allem etwas Schweres anzuhaften scheint. Über sich selbst würde Hunter nicht viele positiven Eigenschaften aufzuzählen wissen. Dabei sind sie durchaus vorhanden. Ohne zu Zögern, würde er für andere sein Leben geben, vielleicht weil ihm sein eigenes nicht mehr so viel bedeutet. Denen, die ihm etwas bedeutet – die Wenigen Freunde, sein Sohn, der Rest Familie – bringt er unerschütterliche Loyalität entgegen und würde für sie immer Alles stehen und liegen lassen. Mit seiner stillen Art ist er ein guter Zuhörer und seine Ratschläge sind nicht immer schlecht, manchmal etwas derb geäußert.
46 Ingameposts | 03.03.2025, 18:57
Militär Navarre
gespielt von Miri
32 Jahre
Reiter:in
Charlotte.

Deine Mutter ruft aus vollem Hals. Die Zöpfe haben sich halb aufgelöst, du sitzt Oben auf dem Ast. Herz hämmert dir in der Brust. Charlotte —! Das Rufen schreckt umliegende Vögel auf. Du drückst dich noch dichter an den Baum, ans Holz, versuchst eins zu werden mit der Natur. Klitzeklein. So wie du dich fühlst, wenn sie diesen Namen benutzt. Das Kleid ist dreckig und sichtbar in Mitleidenschaft gezogen worden. Auf der Flucht müssen Opfer gebracht werden, das hier bringst du nur zu gerne.

Sie sagt: du bist so ein hübsches Mädchen, wenn du es nur besser zeigen würdest. Und wenn du in den Spiegel siehst, dann siehst du Sommersprossen und die Stupsnase, die aufmerksamen Augen, die Stirn leicht in Falten. „Du bist hübsch“, sagt sie, weil sie nicht glauben kann, dass es das andere Wort ist über das du stolperst: Mädchen. Lange Zeit bedeutet es sich verstellen zu müssen, verkleiden, jemand anderes zu sein. Es bedeutet sich den Dreck von den Fingern schrubben zu lassen und sich die Ohren zuzuhalten, wenn deine Mutter mit deinen Großeltern schimpft. Das Wort bedeutet gar nichts für dich und viel für andere. Sie schreit als du dir das erste Mal die Haare abschneidet, weint fürchterlich, flucht, sie wird so wütend, als hättest du bei ihr die Scherze angesetzt, nicht bei dir. Für sie ist das Wort eine Erwartung, ein Käfig, ein Rock der nicht dreckig werden darf, ein Lachen das nie zu laut wird. Oma sagt: so ein Quatsch. Als sie dir die strubbeligen Fransen zurecht schneidet, dir das Holzschwert in die Hand drückt. Sie sieht zu wie du kämpfst, kämpfst, kämpfst, den Ehrgeiz immer so deutlich in dem verbissenen Gesichtsausdruck. Mein hübsches Mädchen, flüstert sie dann. Und du lächelst. Manchmal, weil’s sich dann und wann richtig anfühlt.

[Charlotte, Sie.]
— Weiblichkeit passt und passt nicht. Fühlt sich manchmal an wie die Winterjacke im Sommer, stickig, falsch. Manchmal genau richtig, wie der Ohrring, den du immer am rechten Ohr trägst. Passt, wenn du es loslöst von dem Wort, das deine Mutter zu formen versucht hat und dir ansiehst, was es stattdessen alles bedeuten kann (alles). Bunt und wild und frei. Alles. Alles. Alles.

Charles.

Von deinem Großvater lernst du beinahe alles. Er ist der Erste, der die Wut in deinem Bauch versteht und der dir ein Ventil gibt. Er’s da, wenn du schreien willst (und du kannst schreien, laut), er’s da, wenn du ihm erzählst, dass du Probleme hast. Mit anderen Kindern, mit deiner Mum, mit dir selber. Er zeigt dir Wege mit deinen Problem umzugehen, Mittel, die du heute noch anwendest. Wenn du innerlich bis zehn zählst, deine morgendlichen Runden läufst, oder auf dem Drachenrücken in den Wind schreist, dann denkst du an ihn. Er’s der Grund warum du (d)ein Selbstbewusstsein aufbaust, warum du anfängst an dich zu glauben, warum raue Gesten und ruppige Worte sich manchmal mehr nach Zuhause anfühlen. Er sagt: Junge und Charles und lässt dich Hosen aus seiner Jugend tragen, zeigt dir wie man sich rasiert (auch wenn du es nicht brauchst), wie du die Sense richtig hältst, nach jedem Fall wieder aufstehst; nochmal.

Charles ist der Charmeur, der Schwerenöter, der Alleskönner. Großvater hat viele Worte für den Sohn, der du nicht bist, aber wie der du dich manchmal gerne fühlst. Charles hat Witz, dann wenn er auftaut und wenn er ein Glas zu viel trinkt, weil er meistens nicht viel braucht um gut angetrunken zu sein. Du lernst Befehlsketten einzuhalten, Pünktlichkeit, Loyalität. Dinge nicht infrage zu stellen, auch dann nicht, wenn aus Charlotte irgendwie Charles wird und sich das manchmal anfühlt wie ein Verlust. Manchmal wie ein Gewinn.

Großmutter hält deine Hand als du da stehst, verwirrt, das Kleid an, die Brust abgebunden, zwischen den Stühlen während Großvater und deine Mutter sich streiten. Beide starren erwartungsvoll: sag doch auch mal was.

[Charles, Er.]
— Männlichkeit bedeutet was und bedeutet dann wieder gar nichts. Fühlt sich an wie viel zu große Hosen tragen, die ständig rutschen, als würden alle sehen das nicht passt. Und manchmal genau richtig, wenn du einer von den Jungs bist, wenn du dich besser fühlst, wenn deinem Körper die Rundungen fehlen, wenn du von hinten alles sein könntest, er, oder sie, oder er. Das passt perfekt, wenn du begreifst, dass Stärke und Schwäche und alles dazwischen dazu gehört, weil’s ein Wort ist, was alles und nichts bedeutet. Manchmal du. Manchmal nicht. Alles. Alles. Alles.

Charlie.
Du hältst die Hand hin; Charlie. Der Name den dein Dad damals ausgesucht hat und inzwischen passt er — perfekt. Charlie, das ist endlich wirklich alles. Charlotte, Charles, mein hübsches Mädchen, Junge — alles. Es ist das laute Lachen und der Schlag auf’s Bein dabei. Es ist immer nochmal weiter, weiter, weiter kommen wollen und anderen eine helfende Hand reichen. Da sein, wenn man dich braucht, immer, immer, immer. Das ist die starke Schulter, die nie einsackt und das Herz, das immer so sehr für andere schlägt. Das ist alle Briefe von der Familie aufheben und sich an schlechten Tagen vorlesen. Das bedeutet manchmal alles und manchmal gar nichts sein. Das sind schnellere, sichere Schritte und weiche Züge. Emotionalität, manchmal ungebremst, ungefiltert. Das ist der misstrauische Blick, die Sorge davor missverstanden zu werden. Das leichte Unbehagen in engen Räumen, der Dunkelheit und das — bist alles du.

[Charlie, Du.]
— alles was du sein willst und noch viel mehr.
25 Ingameposts | 22.05.2025, 20:44
Militär Navarre
gespielt von Maj
40 Jahre
Reiterin
Violaine Ishabel Canmor - Sternschnuppe des Südgeschwaders.
Bis vor fünf Jahren war sie Stern: Trotz einer ungewöhnlichen und teils einschränkenden Siegelkraft hat Violaine Karriere gemacht. Mühelos. Früh wurde sie Staffelführerin ihrer Einheit in Zyrfall. Fast genauso früh übernahm sie die Verantwortung für den gesamten Schwarm, der sich damals auch über Sumerton und Athebyne verteilte. Vielleicht zu früh, sagen manche. Aber wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Und genau deswegen ist sie dem Südgeschwader heute schnuppe: Nach der Niederschlagung der Rebellion hat man Laine degradiert und aus übertriebener Vorsicht ans andere Ende des Landes versetzt.
In Huwen klappern ihr jetzt (un)regelmäßig die Zähne. Den Rang Leutnant Colonel hat man ihr noch zugestanden, aber eingesetzt wird sie als einfache Soldatin in der Küstenwache zwischen Winterstürmen und Eiseinbrüchen.
Aber mit Violaine kann man dergleichen ja machen. Es fließt zu wenig (falscher) Stolz durch ihre Adern, um verletzt auf den Verlust von Rang und Verantwortung zu reagieren. Und vielleicht waren diese Konsequenzen nach der Rebellion auch gerechtfertigt. Immerhin hatte Violaine nichts bemerkt - oder einfach nur nichts gemeldet? Immerhin war sie von den Ereignissen ebenso überrascht worden wie andere. Immerhin hatte auch sie der Rebellion nichts Besseres entgegenzusetzen als… eine verbrannte Stadt und hingerichtete Familien. Immerhin war der Süden danach nicht mehr der gleiche und viele ihrer Freunde tot, deren Kinder auseinandergerissen und in alle Winde verstreut. Immerhin waren die Fragen naheliegend, wie das hatte passieren können und warum ausgerechnet Laine überlebt hatte.
Für Selbstgeißelung könnte man es halten, dass Violaine in den fünf Jahren seither nie auch nur einen Versetzungsantrag gestellt hat - und verkennt sie damit. Von der Siegelkraft bis zu Charakterzügen und Verhaltensweisen ist ein Vergleich Violaines mit einem Delfin absolut gerechtfertigt. Sie hat die gleiche, unerschütterliche Freundlichkeit. Wirkt auf andere, als ruhe da immer wenigstens ein sachtes Lächeln in ihren Mundwinkeln - meistens mehr. Übermütig, fast verspielt ist sie. Energiegeladen genug, dass alles, was sie anfasst, mühelos erscheint und sie oftmals die richtigen Worte für andere findet. Ganz so, als helfe ihre Siegelkraft ihr, nicht nur den körperlichen Zustand ihres Gegenübers zu verstehen.
Mit der gleichen Leichtigkeit steht Violaine im Mittelpunkt - und macht sich nichts daraus. Gelernt hat Laine zwar, sich gegen sechs ältere Geschwister durchzusetzen, ist aber auch mit deren absolutem Rückhalt vertraut. Es ist die eigene Familie, die Violaine eine bemerkenswerte Resilienz schon in die Wiege gelegt hat. Mit dieser einher gingen Möglichkeiten, alles zu werden, statt der Erwartung, in familiäre Fußstapfen zu treten. Ansässig in Geata Amari und Calldyr Stadt gehört Laines Familie zu den erfolgreichsten Kaufmannsfamilien des Landes. Nebenbei machen sie sich einen Namen im Militär, wenn auch Violaines eigener - aufgrund der abgebrochenen Karriere - kaum noch ins Gewicht fällt.
38 Ingameposts | 23.06.2025, 21:08
Militär Navarre

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