Dev: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

Charakterliste
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
gespielt von Rieke
23 Jahre
Heilkundiger
Manchmal sollte er einfach den Mund halten. Ace, in dessen Kopf so viel mehr los ist, als das schiefe Grinsen, der ruhige Gang und die beinahe entspannt wirkenden Bewegungen es vermuten lassen. Dass er kurz davor gestanden hatte, in den Schreiberquadranten zu gehen, war gleichermaßen eine mögliche Überraschung, als auch das am natürlichsten Erscheinende an diesem Kadetten. Überall finden sich seine Mitschriften, Notizen, Statistiken. Selbst erhoben, notiert, mit angehört. Und doch war da die Gelassenheit in seinen Gesten, die Freude über das, was er tat, in seinen Augen. Die Leichtigkeit in seinen Worten. Weil er keiner ist, der sich versteckt oder Menschen scheut. Es ist einfach diese innere Ruhe, die er besitzt, die er ausstrahlt, wenn er konzentriert arbeitet. Als wäre er einfach genau da, wo er hingehört.
Von zuhause kennt er es so. Man geht vernünftig miteinander um. Man provoziert nicht unbedingt Streits. Man redet über Thematiken und versucht, Lösungen zu finden. Auf manche mag es utopisch wirken. Zu friedlich. Für ihn ist es einfach eine Tatsache, seine Geschichte. Ein Familienname, dem seit Generationen Heilkundige und Schriftgelehrte angehörten; sich dem Helfen und dem Frieden verschrieben haben; nicht gern zu Waffen griffen. Erbanlagen und Erziehung haben ihn zu einem großen Teil zu dem gemacht, der er heute ist.

Aber er war nicht allein. Nie eigentlich. Da war mindestens seine Zwillingsschwester. Auch andere Kinder, Freunde. Erwachsene, mit denen man auch geredet hat. Denn solch eine Herausforderung war ihm nie zu riskant. Da waren Fragen, die gestellt werden mussten. Und Antworten, die faszinierten. Auf diese Art entwickelte er sich zu einem jungen Mann, der in sich selbst ruht, aber von der Neugier und dem Spaß daran, neue Dinge zu lernen, geführt wird. Er weiß zu gut um seine Schwächen, arbeitet am Durchschnitt. Aber manche Dinge kann man nicht ändern. Da kommen Kommentare zu schnell über seine Lippen. Aber eigentlich nicht versehentlich. Nein, das Besserwissen mag er. Weiß, wie es andere nervt. Weiß aber auch, wie er mit anderen umgehen muss. Kann sich beliebt machen und Spaß haben. Das Leben ist nicht nur ernst. Dafür sind sie zu jung. Gleichzeitig ist er in der Ausbildung, muss sich noch spezialisieren und dem Ernst der Realität in die Augen sehen. Das weiß er bereits. Natürlich weiß er das. Aber er hält sich auch selbst davon ab, es gänzlich zu akzeptieren, wenn man seine Zeit doch lieber für einen Flirt oder einen sicher millionsten Streit mit seiner Schwester nutzen kann. Auch wenn der sowieso nicht dramatisch ist.

In der Ruhe liegt die Kraft. Danach lebt er. Zumindest rein körperlich. Mental ist er aktiv, liebt neue Reize, kann manchmal nicht genug Input bekommen, selbst wenn man es nur an einem Funkeln in seinen Augen sieht, dass dahinter alles arbeitet. Weil er sonst zu ausgeglichen wirkt, als könne ihn nichts beirren. Obwohl er manchmal auf dem schmalen Grad zwischen zwei Optionen wandert. Er hasst solche Momente, aber er liebt sie auch irgendwie. Weil es bedeutet, dass er neue Erkenntnisse sammeln könnte. Und dieses Gefühl kann man ihm auch jedes Mal ansehen.
9 Ingameposts | 23.12.2025, 21:18
Basgiath War College
gespielt von Jella
32 Jahre
Reiterin
Die Absätze ihrer Stiefel knirschten auf dem steinernen Boden, als sie ihre Beine überschlug. Kühle blaue Augen wanderten beinah teilnahmslos über das karge Innere des Raumes, in den man sie verfrachtet hatte. Es war ein Verhörraum, darüber täuschte auch das Gebäck und der Tee vor ihr auf dem Tisch nicht hinweg. „Virginia Zevanyr?“ Erst der Klang ihres Namens ließ sie ihren Kopf in Richtung der Tür drehen, obgleich sie die Bewegung in ihrer Seite bereits zuvor bemerkt hatte. Ihre Gleichgültigkeit konnte auch als Arroganz verstanden werden, aber es war ihr einerlei. Angst war schon seit Jahrzehnten kein Teil mehr ihres Sprachgebrauchs und umso weniger Teil ihres Lebens. Oder ihrer sieben Leben, wenn man der Nachrede Glauben schenkte, mit welcher man behauptete, sie hätte wie eine schwarze Katze mehr als eins. „Anwesend“, klang trocken von ihren Lippen, während der Deut eines herausfordernden Funkelns in ihre Augen zog. Das eisige Blau täuschte nur äußerlich über die Hitzigkeit ihres Wesens hinweg. Einem Bekannten hätte sie ihren Spitznamen angeboten. Schließlich nannten sie die meisten Menschen Gin, nicht Virginia. Sie war eher das Brennen den Rachen hinunter als die hilflose Jungfer. Ihre lackierten Fingernägel schoben sich über den Tisch, sie machte den Anschein einen der Kekse essen zu wollen, während ihre neuerliche Gesellschaft sich auf der anderen Seite auf einem Stuhl niederließ. Man hatte sich nicht die Mühe gemacht seinen Rang zu verstecken, also wollte man ihr damit etwas sagen. Sie hingegen konnte kaum Interesse für seinen Rang aufbringen, als sie sein nichtssagendes Gesicht musterte. Es ging ihr nur darum, was sie erreichen konnte und weswegen sie hier war. Man wollte sie zur Maßregelung versetzen und sie hatte nicht vor ohne zusätzliche Informationen in ihre neue Einheit zu gehen. Dabei spielte der Mann vor ihr keine große Rolle, nur was er ihr geben konnte. Virginia würde ihr Gegenüber vermutlich vergessen, sowie die wenigsten Menschen ihr den Wert begreiflich machten, sich an sie zu erinnern. „Wo sehen Sie sich in vier Jahren?“ Das Heben ihrer Braue signalisierte, was nicht über ihre Lippen fand: Irritation ob der Zeitverschwendung. Mit 32 Jahren würde sie solchen Befragungen sicherlich genauso überdrüssig sein, wie sie es heute war. Aber der Umstand ihrer Zuordnung sollte sich verändern, also wies sie ihn nicht darauf hin, dass sie keinerlei Interesse an dieser Form von Gedankenspiel hatte und lehnte sich mit einem Lächeln auf rot bemalten Lippen nach vorne. Lieblich hätten es andere genannt, wäre da nicht das gefährliche Glitzern in ihren Augen. „Ich würde hoffen, in vier Jahren nicht nur auf eine Beförderung sondern auch auf einen gewissen guten Ruf zurückblicken zu können.“ Dass die Einheit, in die man sie stecken wollte sich bereits einen aufgebaut hatte, täuschte kaum darüber hinweg, dass sie eigentlich als Auffangbecken für schwierige Fälle galt. Für eben jene, die ihren bisherigen Führungskräften zu wenigen Gehorsam bewiesen hatten. Virginia wusste, dass eine Versetzung dorthin entweder bedeutete man ging drauf oder man arbeitete sich zurück in die Gnaden des Systems. Vielleicht hätte ihr das Angst machen sollen, aber das tat es nicht. Malek das Feuer auszupusten schien süchtig zu machen. Ihre Finger trommelten leicht auf den Tisch vor ihr. Ihr wurde langweilig. „Sie trugen nicht immer den Nachnamen Zevanyr?“ Beinah hätte sie die Augen verdreht, ihre Selbstkontrolle wurde dünn. „Nein, ich habe erst in meiner Zeit am College erfahren, dass meine Mutter eine Zevanyr ist“, sollte ihr als Erklärung reichen. „Aber machen Sie sich keine Sorgen, ich vereine das Beste aus Zevanyr und meinem kargen Aufwachsen.“ Schließlich hatte sie das Kinderheim Dinge gelehrt, die sie in den militärischen Rängen hatte brauchen können: Eigenständigkeit, Widerstandsfähigkeit, Überleben. Sie war kein Familienmensch, nicht im klassischen Sinne. Aber eine Zevanyr zu sein? Das hatte Vorteile, schließlich sah die den Respekt, den ihr Nachname ihr auch in dieser Situation einbrachte. Den Ruf, den ihr Nachname ihr gab, ohne, dass sie ihn ein ganzes Leben getragen hatte. Dabei hatte sie sich nie darauf ausgeruht. Der Einfluss des Familiennamens war erst spät in ihrem Leben eingezogen, aber sie hatte sich dem Stand nur allzu gern bedient. Es nutzte ihr. Und sie war sich noch nie zu fein gewesen, das zu nutzen, was man ihr gab. Niemand der Schlau war, kämpfte fair. Ihr neuer Nachname half ihr leider nur auch nicht aus dieser Situation. Ganz im Gegenteil sie konnte das Missfallen ihrer Familie bereits erahnen. „Können wir uns vielleicht aufs Wesentliche konzentrieren?“ Wer sie war, was sie konnte, kein philosophisches Gerede. Ihr Gegenüber verzog das Gesicht. „Wir müssen Sie kennenlernen, Miss Zevanyr.“ Nein, sie mussten sie aushorchen und nach ihren Schwächen forsten. Ein Seufzen verließ ihre Lippen, als sie ein paar Brösel des Kekses aus ihrer Hand auf den Tisch regnen ließ. Es war wohl nicht genug, dass man für sein Land sein Leben riskieren würde, man musste auch noch beweisen, dass man überhaupt das vorläufige Überleben wert war. „Im Sparring würde mir dieses Gespräch zwar deutlich mehr Spaß machen, aber es ist wohl kein Wunschkonzert.“ Offenkundig nicht, schließlich verzog ihr Gegenüber einmal mehr die Lippen. Nun, die Verteilung seiner Muskeln wies darauf hin, dass er schon ein paar Jahre im Innendienst verbrachte. Ihre Mundwinkel hoben sich zu einem leichten Lächeln. Sie sah ihm an, wie sich das Bild in seinen Gedanken langsam zusammensetzte. Wie er über ihr aufgeräumtes Äußeres hinwegsah und die Schatten sah, die sie in die Außenwelt entlud. „Fragen Sie, was Sie fragen müssen.“ Sie garantierte nur nicht, dass sie gerne antworten würde. Aber ob er lebend diesen Raum verließ, entschied nicht er. Das entschied das Schicksal, auch wenn Thornak ihre Hände nicht führen konnte. Ihr Schicksal war ihre Impulsivität und wie lange sie diese unter Kontrolle hatte.
40 Ingameposts | 09.02.2025, 15:34
Militär Navarre
gespielt von Berrie
56 Jahre
Reiter
Abgegriffen, ausgeblichen, in die Jahre gekommen. Bunte Einbände reihen sich auf. Dicht an dicht, millimetergenau ausgerichtet, zeigen die Buchrücken in den Raum hinein. Schriften mit und ohne Schnörkel verraten mehr über den Inhalt. Vielfältig ist die Auswahl, gar untypisch divers die Reihen, die in einer hohen Anzahl auf Regalböden ausgerichtet worden sind. Einen Kontrast bilden sie zum klinischen Innenleben, das kaum Anzeichen von Individualität oder gar Leben zeigt. Und doch ist nicht die Rede von Büchern, nicht von Geschichten auf altem und neuem Papier, wenn die Rede ist von: abgegriffen, ausgeblichen, in die Jahre gekommen. Die Worte – sie zeugen von dir. Wenn du in den Spiegel blickst, blickt das Alter zurück. Und wenn es nicht das ist, nicht die blasse Haut, die in ganzjähriger Abwesenheit von Sonne jeglichen gesunden Teint abgelegt hat, nicht die Falten, nicht die Narben, die sich quer über dein Gesicht ziehen, dann ist es der Blick. Müde wirkst du, erschöpft, als wären da drei Leben auf deinen Schultern und du nicht willens, auch nur eines – oder einen Teil davon – abzulegen. Die Hand auszustrecken und Hilfe zu suchen. Stattdessen wandern von Hornhaut geprägte Handflächen nur über die bunten Einbände in deinen Regalen. Sie sind das, was anderer Menschen Augen als persönlich entgegentritt, wo sonst nichts und alles an dir persönlich ist. Kalt wie die See, kalt und tot wie Fisch, sagt man dir nach, zu sein. Abgestumpft, als hätten die Wellen deine Persönlichkeit glatt geschliffen wie Stein. Du hast kein Problem, zu sein, was man dir nachsagt, so man dich nicht kennt. Bist kalt und tot und abgestumpft, glatt geschliffen vom Meer. Hüllst dich in schwere schwarze Mäntel, in feste lederne Stiefel, ziehst den Kragen hoch bis zu den Ohren, wenn der Wind kalt durch jede Ritze pfeift. Die Jahre, ihre Erfahrungen, stehen dir ins Gesicht geschrieben, wie all das Wissen auf die Seiten deiner zahllosen Bücher gedruckt wurde. Doch während sie Neuauflagen erhalten, neue Chancen, während sie in Liebe gehalten werden, durch anderer Menschen Hände rinnen, stehst du an der Klippe deiner Existenz. Starrst auf das Meer hinab, das sich an den Hängen bricht. Siehst zu, wie Stein zerberstet und glaubst, dass dieses Mal auch wieder ein Stück deines Herzens mitging.

Es werden keine Geschichten über dich geschrieben. Keine Biografien verfasst, keine Strategien, Taktiken oder großen Erkenntnisse nach dir benannt. Du bist unbedeutend, nur ein kleines Licht hoch oben im Norden. Doch hier, in Huwen, bist du alles, was es braucht. Hier bist du stoische Gelassenheit und manische Anspannung. Hier bist du Fels in der Brandung, ein Leuchtturmwärter für dich und jene, die zu dir aufsehen. Ein großer Mann wirst du niemals sein und bist doch jedes Jahr über dich hinausgewachsen. Über fünfzig Jahre an Erfahrungen vereinen sich in dir zu der besten Version deiner selbst – und doch ist niemandem mehr bewusst, dass auch das Beste noch immer das Schlechteste nicht zu übertrumpfen vermag. Du bist kalt und tot, glaubst es selbst so sehr, dass es leicht ist, es auch andere glauben zu lassen. Dass es schwer ist, andere vom Gegenteil zu überzeugen, wenn du selbst nicht überzeugt davon bist. Dabei braucht es nur die Wärme eines Feuers im Kamin, nur die Gesellschaft derer, die du liebst, nur den anklagenden Blick deines ältesten Kinds oder die bittenden Augen deines jüngsten. Dabei braucht es nur den Griff in die zweite Schublade von oben, um die bunt bemalte Box zu finden, die all die selbstgemalten Bilder, die gebastelten Geschenke, Fotos und Andenken sauber verstaut. Dabei braucht es nur einen zweiten Blick auf die Bücher, um zu erkennen, wie wenig desinteressiert, abweisend und reserviert du bist und wie viel Literatur sich eigentlich um deine Kamerad:innen dreht. Wieviel Energie du in aller Farblosigkeit darauf verwendest, ein guter Staffelführer zu sein. Der Beste, der du sein kannst. Keiner, der in die Annalen eingeht. Keiner, der Kriege beendet. Keiner, der als Märtyrer in die moderne Geschichte eingeht. Du bist, was du zu sein vermagst. Zu wenig und immer genug.
15 Ingameposts | 17.06.2025, 20:11
Militär Navarre
gespielt von Jasmin
26 Jahre
Reiterin
Du hattest eine schöne Kindheit. Es ging dir gut und deine Eltern waren gute Menschen. Sie kümmerten sich stets gut um dich. Selbst als sie sich trennten, gab es keinen Streit zwischen ihnen darüber, wer dich bekommt oder wie oft der andere Elternteil dich sehen darf. Sie handelten wie Erwachsene und dass sie im Guten auseinandergegangen waren, machte alles natürlich leichter. Natürlich war es für dich am Anfang trotzdem schwer, dass deine Eltern getrennt waren. Eigentlich bleibt man doch bis zum Ende seines Lebens zusammen, sobald man verheiratet ist und/oder ein Kind bekommt. Ja, damals dachtest du noch so naiv, schließlich kanntest du es nur aus den Büchern, die dir deine Eltern abends vorgelesen hatten. Dort trennten sich die Eltern nie voneinander, sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Nun gut, die Trennung deiner Eltern belehrte dich eines Besseren und irgendwann verstandest du auch, dass das Leben nun mal nicht so ist wie in den Büchern. Mit der Zeit fandest du die Trennung deiner Eltern auch nicht mehr schlimm. Klar, du hättest es besser gefunden, wenn sie wieder zusammengekommen wären, aber lieber so, als wenn sie sich irgendwann nur noch gestritten hätten.
Am Anfang hast du bei deiner Mutter gelebt, doch sie war damit überfordert, allein für alles zu sorgen und sich gleichzeitig um dich und sich selbst zu kümmern. Das Haus sah oft chaotisch aus und aufgeräumt wurde meistens nur dann, wenn Besuch kam. Nach außen schaffte sie es allerdings gut, sich nichts anmerken zu lassen. Es ging dir bei ihr nicht wirklich schlecht, immerhin sorgte sie dafür, dass du in der Regel etwas zu essen bekamst. Nur bei neuen Klamotten und dem regelmäßigen Saubermachen hing sie oft hinterher. Hätte dein Vater dich nicht regelmäßig besucht, hättest du nur selten frische Kleidung bekommen, kaum gebadet und dauerhaft in einem dreckigen Haus gelebt.
Im Jahr 614 sah deine Mutter es schließlich ein und überwand sich, deinen Vater um Hilfe zu bitten. Sie erzählte ihm alles und gestand, dass sie einfach nicht mehr konnte. Bei dem Gespräch warst du nicht dabei, doch am Ende nahm er dich mit zu sich. Bei ihm ging es dir deutlich besser. Wenn er mit seinem Drachen unterwegs war, sorgte er trotzdem dafür, dass du nicht alleine bliebst. Dir fehlte es an nichts mehr. Du genossest eine gute schulische Ausbildung und er half dir dabei, dich auf das Basgiath War College vorzubereiten.
Dank des Trainings fiel es dir im Gegensatz zu vielen anderen Kadetten deutlich leichter, dort mitzuhalten. Klar, auch dir bereitete der Viadukt Schwierigkeiten und du hattest Angst, dabei zu sterben. Die größte Schwierigkeit war allerdings deine Siegelkraft. Du hattest die Fähigkeit des Energieentzugs erhalten und diese verlangte einem psychisch viel ab. Und dann passierte genau das, wovor du am meisten Angst hattest: Du hast bei einer Herausforderung mit einem anderen Kadetten getötet. Du entzogst ihm zu viel Energie und man konnte ihn nicht mehr retten. Das verfolgt dich bis heute. Damals dauerte es lange, bis du überhaupt wieder imstande warst, deine Siegelkraft zu benutzen. Seitdem hast du niemanden mehr aus Versehen getötet und auch heute gehörst du noch lange nicht zu den Besten. Aber das Wichtigste für dich ist, dass du deine Kräfte unter Kontrolle hast. Nach dem BWC bist du direkt nach Baridmeth gekommen. Einerseits wärst du lieber an einem actionreicheren Standort gelandet, andererseits bist du auch froh darüber, nicht an einem wirklich gefährlichen Ort stationiert zu sein. Im Moment liegt dein Fokus darauf, stärker zu werden und vorbereitet zu sein, falls Baridmeth angegriffen werden sollte. Bis dahin trainierst du weiter und genießt nebenbei dein Leben. Immerhin bist du noch jung und Single und der Standort bietet einiges an Möglichkeiten. An jemanden binden möchtest du dich ohnehin erstmal nicht. Man weiß schließlich nie, was die Zukunft noch bringt und Liebe ist eben nicht so, wie sie in Büchern oft beschrieben wird.
3 Ingameposts | 21.04.2026, 22:37
Militär Navarre
gespielt von Josi
22 Jahre
Reiterin
Der Name Fallon ist im militärischen Kontext kein unbekannter, taucht er doch in der Historie immer mal wieder auf einflussreichen Posten auf. Es gab sogar einmal einen Commanding General, vor mehr als hundert Jahren. Ich lernte meinen Urgroßvater noch kennen und er betonte das immer sehr gern. Zusammen mit der Hoffnung, dass wir vielleicht auch den Nächsten CG stellen, doch diese Hoffnung starb mit meinem Vater und in gewisser Weise auch ein Stück von meinem Stolz. Ein Name ist letztendlich nur das. Ein Name. Keine Garantie auf Erfolg, kein Lohn, keine Vereinfachung im Leben, manchmal eher Fluch als Segen, wenn es ein bekannter ist... aber am Ende... nur ein Name. Ich könnte meine Verwandtschaft zu zwei weiteren großen Namen zur Sprache bringen, Ambour, ebenfalls eher militärisch geprägt, Canmor mit eher wirtschaftlichem Einfluss, aber ich ziehe es vor, über meine Verwandten zu sprechen, weil ich sie liebe, nicht weil sie einflussreiche Namen haben. Ich liebe sie und ich liebe es, zu beiden Seiten so große Familien zu haben, mich zu so vielen Menschen zugehörig zu fühlen. Ich habe vielleicht keine Geschwister, aber ich habe Cousins und Cousinen und beinahe unzählige Onkel und Tanten und ich habe meinen Vater verloren, aber ich musste mich nie allein fühlen.

Mein vollständiger Name? Lyla Fallon. Senior Jahrgang am Basgiath War College, Schwarmführerin im 1. Geschwader Klauenschwarm, Mitglied in der 2. Staffel in eben jenem, 22 Jahre alt, oder jung, wie man es nimmt, Siegelkraft Schwächenidentifikation. Ich wuchs auf Grund der Berufe meiner Eltern und den weitverzweigten schon erwähnten Familien an diversen Orten im Königreich Navarre auf und wollte schon immer Reiterin werden. Vielleicht werde ich eines Tages die nächste Commanding General, die den Namen Fallon trägt, ich halte es weder für unbedingt realistisch, noch gänzlich unmöglich, aber ich war schon immer überzeugt davon, dass man Träume haben darf, gar irgendwie muss, um im Leben irgendetwas zu erreichen. Wenn man immer nur im hier und jetzt bleibt, auf der Stelle tritt, wohin soll einen das schließlich bringen? Also träume ich, manchmal von großen Dingen, manchmal nur von Kleinigkeiten. Es hat mir im Leben nie an etwas gefehlt, man kann wohl sagen ich bin ziemlich privilegiert aufgewachsen, aber ich habe trotzdem gelernt, mich auch an kleinen Dingen zu erfreuen und im Grunde nichts als selbstverständlich zu erachten. Es hat nicht einmal bis zu dem Moment gedauert, an dem ich entscheiden musste, welche wenigen Sachen ich in meinen Rucksack packe um sie mit über das Viadukt zu nehmen.

Was drin war? Spielt im Grunde keine Rolle. Sachen die mir heute nicht mehr passen. Nicht weil ich noch viel gewachsen bin, aber weil ich mich hier verändert habe, so wie es alle sagen. Ich war schon immer eher vernünftig, wenig übermütig, eher realistisch, wenig weltfremd, in den vergangenen zwei Jahren bin ich eher noch bodenständiger geworden, ruhiger, vielleicht überlegter, bin eher Taktikerin als Macherin, glänze vor allem in den theoretischen Fächern und ich trage bereitwillig Verantwortung. Auch die, die man mir als Schwarmführung erst in diesem Jahr anvertraut hat. Ich mag die Herausforderung, weil ich selbst herausfinden will, was ich noch schaffen kann, wie weit wachsen, ich komm mir noch nicht fertig vor und glaube daran, da muss noch mehr sein.
19 Ingameposts | 31.05.2025, 17:44
Basgiath War College
gespielt von Berrie
20 Jahre
Reiterin
Dein Pendel schlägt aus; nach links und nach rechts. Dein Pendel schlägt an; an Wände, Decken und Böden. Bist Gefangene deiner Emotionen. Irgendwann waren es Träume, vielleicht die Form von Ideal, die dir heute schmerzlich fehlt, die dich und die Entscheidungen, die du getroffen hast, geleitet haben. Heute ist es Wut. Wut, so unfassbar viel Wut, die in dir brodelt, die ihren Siedepunkt noch längst nicht erreicht hat und doch schon alles um sich zu zerreißen droht. In deinen Augen lodert’s, weil sie der Spiegel (d)einer Seele sind und wer nur einen müden Blick auf dich zu werfen wagt, wird schwerlich merken, dass hinter der gut gepflegten Feindseligkeit das Mädchen steckt, das du einst gewesen bist – oder hättest werden können, hätte das Schicksal dir nicht übel mitgespielt. Glaube ist dir in jeder Facette seiner Möglichkeit abhanden gekommen, verlor sich irgendwo zwischen den unterdrückten Schreien deiner Eltern, dem Geruch von Schwefel und verbranntem Fleisch und der Erkenntnis, dass du trotz aller Parolen und Allüren doch keine Ahnung von dieser Welt hast. Nicht davon, was es bedeutet, Teil von ihr – oder etwas Größerem – zu sein. Nicht davon, was es bedeutet, Opfer zu bringen. Du weißt nicht, was sie für dich bereithält, bist geprägt vom vorwiegend negativen Eindruck und der ständigen Erwartung des nahenden Todes. Die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, auf von dir für dich gewählte Pflichten und Möglichkeiten, hast du mit den Kleidern abgestriffen, in die man dich gehüllt hat, bevor du Zeugin deines eigenen Scheiterhaufens wurdest. Hast sie abgelegt, als die Kutsche die Stadtgrenze Lewellens passiert hat. Mehr als tausend Striche hast du in das Holz geritzt und die Tage gezählt. Freiheit wirst du irgendwann finden, dessen bist du dir sicher. Vielleicht auf dem Rücken eines Drachen, vielleicht auf dem Grund des Brennofens, der deine Überreste Malek übergeben wird. Jetzt jedoch ist jeder Gedanke an das, was du hattest – oder hättest haben können – nur eins: grausam. Setzt sich trotz aller Bemühungen, dich davor zu verschließen und jede Trauer in noch mehr Wut umzumünzen, in jede noch so kleine Ritze deines Bewusstseins. Die Gefühle, sie prasseln auf dich ein, hast die Kontrolle längst verloren; vielleicht nie gehabt. Ertrinkst in ihnen, bist deine eigene Geisel, gegeißelt durch ein Leben, das du dir nicht gesucht hast. Durch Entscheidungen, die du nicht getroffen hast. Und immer, wenn du daran denkst, dann schlägt dein Pendel in dir an und du die Faust in die nächste Wand.
23 Ingameposts | 23.03.2025, 16:25
Basgiath War College
gespielt von Berrie
37 Jahre
Reiterin
Mit dem Kopf durch die Wand. Gibt wenige Formulierungen in allen Sprachen der Welt, die dein Wesen treffender beschreiben könnten. Hast keine Zeit für Zweifel, fürs Zögern und den Blick nach hinten. Kannst nicht trauern um die Gelegenheiten, die du verpasst hast, nicht um die Menschen, die du nie getroffen hast. Nicht um die Chancen, die du dir nie gegeben hast oder Erfahrungen, die dich in einem anderen Leben zu einer anderen Person gemacht hätten. Die Zeit, sie rinnt dir zwischen den Fingern hindurch, unermüdlich und unaufhaltsam. Du hast dich an dieses Prinzip angepasst, hast das Unausweichliche erkannt und die Notwendigkeit, den Weg zu bereiten. Koste es, was es wolle. In 37 Jahren blickst du auf eine lange Liste Dingen, die du verloren hast und verpassten Möglichkeiten. Warst selbst lange Zeit Teil einer Lebenslüge, hast blind vertraut, blind gefolgt – bist blind in den Krieg gestürmt, hast so viel Blut an deiner Klinge, wie kaum jemand. Fühlt sich heute noch an, wie Verrat an deinem Herzen. Als ob’s dich zerreißt, alle Prinzipien und Glaubenssätze, nach denen du so lang gelebt und gekämpft hast: weg. Unter dir zerbröselt wie die Zeit in deinen Händen. Ist noch immer ein unendlich schweres Gewicht auf deinen Schultern. Ein absurdes Gefühl in deiner Brust, wenn du die Ruinen Aretias betrittst und in die Gesichter von Verrätern blickst – so, wie du eine bist.

Hast dich Mal mit Herz und Leib deinem Land verschrieben. Navarre ist deine Heimat, der Ort, an dem du geboren bist und der Ort, an dem man deine Asche Malek darbieten wird. Hättest nie gedacht, deine Treue einmal infrage stellen zu müssen. Dein Schwert für eine andere Sache zu erheben. Ist ein Tanz auf ebendieser Klinge, den du täglich vollführen musst. Bist eigentlich nicht gemacht für Geheimnisse dieser Größe, bist nur ein Rädchen in der großen Maschinerie, willst Befehle ausführen, denn das kannst du. Strategien, Verschwörungen, Revolutionen – das ist eine Nummer zu groß für dich; dachtest du. Bist nun so fest darin verstrickt, dass es keinen Weg hinaus gibt. Kannst nicht mehr umdrehen, dich nicht mehr nur noch blind auf dem Rücken deines Drachen ins Gefecht stürzen. Kannst nicht mehr nicht daran denken, wie verkorkst dein Land und seine Regierung sein muss, um vor den Toren Abertausende willentlich in den Tod zu schicken.

Gibt Tage, da wünscht du dir den Frieden der Unwissenheit zurück. Wünscht dir die Leere in deinem Kopf und deinen Gefühlen zurück. Doch so weit du den Arm auch zu strecken versuchst, du kannst das, was dein Leben einst gezeichnet hat, nicht mehr erreichen. Kannst nicht mehr nur die Schwertkämpferin sein, nicht mehr nur die Frau, die nach tagelangen Einsätzen nicht die Ruhe im Schlaf, sondern in der Nähe eines Ofens sucht. Die mit höchster Präzision das Metall in die Form fließen und in rhythmischen Schlägen den Hammer hinabsausen lässt. Hat alles einen Beigeschmack bekommen. Einen, der dir die Galle aufsteigen lässt, immer dann, wenn du wieder ein Loch in der feinen Mauer aus Lügen erkannt hast. Einen, der neuerdings zu einem ständigen Begleiter geworden ist, jetzt, da du im Zuge einer Verletzung nicht mehr die Flucht jenseits der Mauern suchen kannst, sondern zur körperlichen Genesung zwangsversetzt wurdest. Nach Basgiath – den brodelnden Kessel aller Intrigen und Indoktrination. In die Schmiede. Den wohl wichtigsten Ort in Zeiten wie diesen. Den einzigen Ort, der die Waffen liefern kann, die ihr braucht.
18 Ingameposts | 08.02.2025, 15:38
Militär Navarre
gespielt von Jasmin
29 Jahre
Fliegerin
Deine Kindheit war schön gewesen, obwohl du an einem Stützpunkt aufgewachsen bist. Schon immer wohnte deine Familie dort, deine Vorfahren haben sogar beim Aufbau geholfen. Natürlich gibt es deutlich bessere Orte, an denen man leben kann, was halt kein Stützpunkt ist. Dadurch dass deine Familie Schutzgeld an den Khar’vash's gezahlt hatte, brauchtet ihr nicht wirklich Angst zu haben. Sie sorgten für Recht und Ordnung. Ein Nachteil war schon immer, dass dort sehr wenige Familien lebten, also hattest du auch nie viele Kinder, mit denen du spielen konntest. Zum Glück hast du aber in deiner Heimat deinen besten Freund Calyon getroffen. Ja, er war anders als die anderen Kinder, doch dir war es egal und es hat zwar am Anfang etwas gedauert, bis ihr so wirklich richtig beste Freunde wurde.

Natürlich hast du dir oft Gedanken, um deine Zukunft gemacht, doch großartig einen Plan hattest du zuerst nicht gehabt. Außer dass du gerne irgendwie den Menschen helfen möchtest. Danach war es dein Wunsch gewesen, viel zu reisen, aber leider ist die Welt da draußen gefährlich, weswegen du dies nicht getan hast. Der Wunsch ist noch da, nur auf später verschoben. Zudem hast du im Altern von 21 Jahren deine Ausbildung zur Fliegerin gestartet. Außerdem kannst du so die Menschen beschützen, die dir wichtig sind. Das hat für dich hohe Prioritäten. Großartiges Training für die Ausbildung hattest du nicht gehabt, deine Eltern besaßen dafür zu wenig Geld und sie selber hatten damit auch keine Erfahrung gehabt. Zumindest hast du versucht die Flieger in eurem Dorf zu beobachten und so dir irgendwas zu merken, worauf du achten musst und wie sich bei einem Training verhalten. Klar lernt man dadurch nur sehr wenig, aber ist besser als gar nicht. Dabei hast du die Bücher dazu viel gelesen und dir etwas Theorie angeeignet, also so gut es halt ging. So bist du nicht als ein totaler Noob an der Clifffsbane Akademie angekommen.

Schnell hast du dich da eingelernt, das Training fiel dir leicht, die Zeit dort verflog schnell. Deine Gabe Telekinese fiel dir am Anfang schwer einzusetzen, doch mit viel Übung hast du es dann mit der Zeit geschafft. Nach deiner Ausbildung wurdest du zum Handelsaußenposten nach Resson geschickt. Da konntest du gut an Erfahrung sammeln, neue Kontakte knüpfen und es fühlte sich ein bisschen wie ein zu Hause an. So konnte man auch gut an Erfahrungen austauschen, denn einige sind schon länger von der Akademie weg.
Du hast jedoch eigentlich versucht, dich nach Mirik versetzen zu lassen. Somit hast du schon ein paar Versetzungsanträge eingereicht. Du wolltest lieber bei deinem besten Freund Calyon sein und seiner Freundin, die damals noch lebte und auch deine beste Freundin war. Es hatte aber sehr lange nicht geklappt, da andere vor dir dahin versetzt worden sind. Seit kurzem bist du nun jedoch da, man hatte dein Versetzungsantrag eingewilligt.
6 Ingameposts | 13.12.2025, 12:58
Militär Poromiel
gespielt von Jella
34 Jahre
Reiterin
Das zierliche Äußere gepaart mit ihrem bedeutungsträchtigen Nachnamen, möchte zunächst den Eindruck nahelegen, dass die Nichte des Königs ein privilegiertes, von Diplomatie und Glanz geprägtes Leben führt. Sicherlich stimmte das bis zu einem gewissen Grad, schließlich lässt Caitria mit Vorliebe auch dieser Tage noch alles in ihrem Leben leicht und ungezwungen erscheinen, hat den Bällen und geschichtsträchtigen Sälen aber schon vor einer Weile den Rücken gekehrt. Die Energie, die sie für den Anschein von Leichtigkeit aufwendet, entspringt dabei dem gar unerschütterlichen Brunnen an Unzufriedenheit. Schon als Kind war sie nicht sonderlich angepasst, wollte lieber auf Bäume klettern, als an Teepartys teilnehmen und fand schnell heraus, dass ihr der Widerspruch immer näher lag als Zuspruch. Im Grunde gab es nur einen Menschen in ihrem Leben, zu dem sie ohne jegliche Missgunst aufsah: ihren großen Bruder. Vielleicht war es die Tatsache, dass sie abseits der eigentlichen Königsfamilie schon immer im direkten Zentrum der Macht verkehrte, aber lange keine eigene spürte, vielleicht aber auch der Behandlung geschuldet, die sie als jüngste Tochter erfuhr. Cai, wie sie nur Freunde nennen dürfen, fühlt sich oft nicht ernstgenommen und hat ihre ganz eigenen Taktiken entwickelt, um damit umzugehen. Ihr typisch böser Blick ist nicht besonders ziemlich, stört er schließlich das zugängliche Bild, aber spätestens ihre Zeit im College hat ohnehin ein anderes gezeichnet. Der ein oder andere glaubt bis heute es waren ihren familiären Verbindungen zu verdanken, dass sie es schließlich auf den Rücken eines Drachens schaffte, aber jene, die sie kennen, wissen, dass Ehrgeiz sie bis in die tiefsten Winkel ihres Charakters erfüllt. Es in den Reiterquadranten zu schaffen war dementsprechend nicht nur eine Traumvorstellung, sondern ein von dem Weg ihres Bruders abgeleiteter Zwang.

Die innere Verbissenheit, mit der sie durch ihr Leben schreitet, wird nur denen auffallen, die es wirklich nah an sie heranschaffen, weil sie ihre Mitmenschen grundsätzlich gerne auf Abstand hält. Nähe macht schließlich angreifbar und somit verletzlich. In Caitrias Welt ist das meiste grundsätzlich erst einmal eine Zweckbeziehung, einzig ihre Familie hat eine uneingeschränkte emotionale Bedeutung und darf somit auch die wärmeren Farben ihres Charakters sehen. Alle anderen Bekanntschaften erleben sie wohl zunächst eher als gefühlskalt erleben. Im generellen Zusammenleben ist sie eher manipulativ anstatt als diplomatisch, in den meisten Fällen kommt der Angriff zuerst, bevor man überhaupt über Verteidigung nachdenken kann. Ihre Wut lodert nicht, sie vereist, aber ist in ihrer Logik gefangen nicht weniger gefährlich. Sicherlich machen sich auch gerade deswegen nicht allzu viele die Mühe, um die kaltherzige Schicht zu durchdringen, die ihr Inneres auch zum Schutz ummantelt. Schafft man es aber einmal ihre Anerkennung oder Zuneigung zu gewinnen, kann man sich sicher sein, eine höchst loyale Freundin gefunden zu haben.

Dass sie im Militär deutlich weniger aneckt, als ihr Wesen schlussfolgern ließe, liegt in erster Linie wohl daran, dass ihre Form des Widerspruchs heute leise oder gar stumm geworden ist und ihre Form von Kriegsführung vor allem ihrem Intellekt folgt. Wenn man wie sie das Leben als Schachspiel sieht, ist es in vielerlei Hinsicht einfacher, Menschen zu bewegen, wenn diese gar nicht wissen, dass sie sich zu einer Figur gewandelt haben, als es mit roher Gewalt zu tun. Der Drang zu Letzterer steckt immer noch unter einem Haufen von antrainierter Selbstkontrolle, aber die Tage, in der sie Nasen brach, weil man sie einmal schief ansah, sind weitestgehend vorüber. Schließlich wäre das als Staffelführerin auch etwas weniger konstruktiv. Als besonders zärtlich werden ihre Staffelmitglieder sie dennoch keineswegs erleben. Ihre Ansprüche an Andere sind beinah so hoch wie eben jene, die sie an sich selbst hat und dementsprechend nicht immer ganz so leicht zu erfüllen.
23 Ingameposts | 08.02.2025, 15:11
Militär Navarre
gespielt von Miri
24 Jahre
Reiter
Du hast eine Kramschublade.
Da, hinter deiner Stirn. Was Mama ihr Nähkästchen nennt, das ist dein Kopf, oder eher dein Brustkorb? Jedes Gefühl, jeder Gedanke, jeder Eindruck und jeder Impuls, alles geht immer erstmal in die Kramschublade. Hinter deiner Stirn stapeln sich Erinnerungen und Momente in denen du immer was sagen, machen, sein wolltest, aber meistens nur eins gemacht hast: geschwiegen. Geschwiegen und das Erlebte gut verstaut. Luftdicht, kugelsicher, da wo’s niemand erreichen kann, da wo’s nicht weh tut. In der Theorie. So eine Schublade ist praktisch, wenn man dazu neigt über alles zehntausend Mal nachzudenken, aber nie drüber zu sprechen. Im Gegensatz zum Nähkästchen deiner Mutter, kommt man an das Fach hinter deiner Stirn nämlich wirklich schwer ran.

Es brauch meistens mehr.
Mehr von allem um die eine Reaktion zu entlocken. Menschen müssen dir wirklich nah sein, wirklich wichtig, oder — dir wirklich auf den Sack gehen. Mit Wut ist es leichter, weil’s sich freier anfühlt. Unverbindlicher. Fragst dich manchmal, wann genau aus dir der Mensch geworden ist, der lieber drei hässliche als eine schöne Sache betont. Warum du dich versteckst hinter Dingen, die dich aufregen oder über die du mit den Augen rollen kannst.

Früher war’s so tun als sei man für alles zu cool. Rin ist zu cool um hier und da mitzumachen, Rin ist zu cool um sich darum zu kümmern was andere über ihn denken, Rin ist zu cool um Hilfe anzunehmen, der schafft das schon allein. Was genau? Alles, irgendwie. Hast zwischen dir und der Welt 'ne menge Abstand aufgebaut, Distanz. Ist leicht, wenn einem alles so egal ist — selbst wenn einem eigentlich gar nichts egal ist.
Problem ist: du bist nicht mehr fünfzehn und mit dem Kopf durch die Wand. Sondern du bist jetzt Mitte Zwanzig und hast keine Ahnung, wie du aus deiner eigenen Haut kommst. An die Schublade ran und — raus mit dem Scheiß, alles ausmisten. Rin ist jetzt nicht mehr zu cool für irgendwas, der ist zu stolz um nach Hilfe zu fragen, Rin hat zu viel Angst davor was die anderen über ihn denken, Rin hat zu oft Nein gesagt um noch irgendwo gefragt zu werden, ob er mit kann, dabei sein kann.

Und es fühlt sich gar nicht cool an.
Es fühlt sich scheiß einsam an.

Aber um daran was zu ändern, müsstest du wissen wie man aus seiner eigenen Haut kommt. Weniger Abstand, weniger Schweigen, weniger Augenrollen, vielleicht ein klein bisschen weniger: egal. Und vielleicht endlich mal ehrlich sein. Ein bisschen mehr, oder wie war das?
11 Ingameposts | 28.09.2025, 09:17
Militär Navarre
gespielt von Rieke
48 Jahre
Reiter
Glücklicherweise verändern sich Menschen in ihrem Leben und entwickeln sich weiter; sind nicht mehr so, wie zu ihrer Jugend oder gar Kindertagen. Die meisten jedenfalls. Heute ist Drystan besonnener, ausgeglichener. Als mittleres Kind von 7 schuf er sich schnell den Ruf, dass er um Aufmerksamkeit kämpfte. Selbst dann, wenn er daran nicht zu kurz kam. Er wollte auffallen, egal wie. Sicher, nicht immer war das positiv. Er konnte gemein zu seinen Geschwistern sein, sie ärgern, aber es ging nie über Geschwisterstreitigkeiten hinaus. Es wurde nie zu viel, weil notfalls doch mal die Eltern oder die älteren Geschwister einschritten. Es war okay. Es gab dennoch nie die Bedenken, er könne seine Familie nicht ebenso sehr schätzen, wie es alle anderen taten. Denn bei den Canmors steht Familie seit jeher an erster Stelle. Eine Philosophie, die auch Drys verinnerlichte.
Mit der Pubertät und den Anstrengungen, als erster des Familienzweigs dem Reiterquadranten beizutreten, kamen auch die Veränderungen. Man wurde erwachsener, vernünftiger, verantwortungsbewusster. Noch immer schienen die Momente durch, in denen man über die Stränge schlug, einen Kommentar zu viel brachte oder sich einen Spaß mit den anderen erlaubte, den nicht jeder so lustig fand. So ist er auch heute noch. Aber er ist in seine Rolle und seine Verantwortungen hineingewachsen. Er braucht die Aufmerksamkeit nicht mehr, wenn er sie sich nicht erarbeitet hat. Vermutlich ist es heute angenehmer mit ihm als damals. Wobei es wohl ganz darauf ankommt, wen man fragt.

Seit nunmehr 25 Jahren ist er an einen Drachen gebunden, Reiter, hat sein Ziel erreicht und versucht doch immer wieder, seine eigenen Grenzen zu überschreiten, besser zu werden. Nicht nur in seinen Fähigkeiten, in seinen Eigenschaften. Er weiß, dass er es nicht beeinflussen kann, ob jemand ihn als Vorbild ansieht, aber wenn ja, dann möchte er ein gutes sein. Immerhin ist er Vater, Onkel, Bruder, Kamerad, Staffelführer. Er macht das Beste aus dieser Verantwortung, überdenkt seine Entscheidungen viel mehr, als es damals je der Fall gewesen wäre. Aber er hat klare Prioritäten. Seine Familie steht an erster Stelle. Dann seine Kameraden. Dann das Königreich. Sagt er nur nicht so. Und er sorgt sich. Beinahe täglich. Weil er die Geschehnisse in Aretia erlebt hat. Weil er Kinder hat, die in dieser Welt aufwachsen und ihren Weg finden sollen. Weil ihm die Neulinge zugeteilt wurden, für die er sich mehr als nur verantwortlich fühlt.

Manchmal kommt er noch durch: Der übermütige Drys, der seine Ausbildung begonnen hat – und schon damals jede Woche einen Brief an eines seiner Geschwister geschrieben hat, damit niemand zu kurz kam nach dem ersten Jahr – und keinen Scham empfindet für einige Entscheidungen. Es ist kein Geheimnis, dass seine Ehe seit Jahren mehr als kompliziert ist. Ebenso wenig ist es ein Geheimnis, dass er seiner Frau dennoch absolut treu ist. Weil er sie liebt. Noch genau so wie damals. Manche Menschen können nur einfach nicht beieinander sein, ohne sich zu schaden. Weiß er. Aber niemals würde er sie deshalb aus seiner Familie streichen. Sie und seine Kinder sind seine Familie. Und er könnte nicht stolzer auf die leichtsinnige Entscheidung von damals sein.
Drystan hat viele schlimme Dinge erlebt. Er hat Verluste betrauert. Er denkt heute noch oft an jene, die er verloren hat. Aber er bereut den Weg, den er gegangen ist nicht.
16 Ingameposts | 17.06.2025, 18:35
Militär Navarre
gespielt von Berrie
35 Jahre
Reiter
Gibt nur wenige Regeln im Umgang mit Drachen. Dreh' dich nicht weg, lauf nicht davon, senke den Blick - und bete zu den Göttern, dass sie dich nicht trotzdem bei lebendigem Leib verbrutzeln. Vor über zehn Jahren hast du all diese Regeln live und in Farbe gelebt, hast am Basgiath War College zwei Mal das erste Jahr durchlebt, nachdem beim ersten Mal offenbar keiner der bindungswilligen Drachen dein Potenzial erkannt hat (O-Ton). War zunächst ein herber Schicksalsschlag für dich, war für dich immer klar, dass du ein verdammt guter Reiter werden würdest. Dass du immer eher ein Händchen für Drachen hast, die nicht deine sind, war vielleicht ausschlaggebend, vielleicht auch nicht. Hat ja aber schließlich doch dazu geführt, dass dein Leben nicht so trostlos wurde, wie angenommen. Neben deiner körperlichen Fitness war dein Köpfchen eigentlich schon immer deine stärkste Waffe. Wärst damals schon von Anfang an gut bei den Heilkundigen untergebracht gewesen, aber Menschen heilmachen war irgendwie nicht dein Ding. Drachen hingegen ... Vor 'nem Jahrzehnt hat man dich dafür belächelt, sogar ganz offen über dich gelacht. Heute flattern Briefe in deine Gemächer, Befehle und Bitten gleichermaßen, die dich durch das ganze Königreich führen, um fremder Leute Drachen zu behandeln. Manchmal wirst du der Drachenflüsterer genannt; bist der, der eine Bindung zu ihnen aufbauen kann, ohne sich zu (erneut) binden. Der Respekt von denen bekommt, die keinen Respekt vor sich selbst haben. Bist somit rastlos, nirgends wirklich heimisch, nie länger an einem Ort. Obwohl du dein Engagement in deiner Staffel in Samara ernst nimmst, ist deine Anwesenheitsquote nicht selten sporadisch. Bist häufig da, wo du eigentlich gar nicht sein wolltest: an Außenposten, irgendwo nahe der Grenze. Dort, wo man dich gesehen hat, kurz, nachdem die große Blaue mit dem Dolchschwanz dich gebunden und für Raunen und Aufsehen gesorgt hat. Bist auch ein ausgemachter Glückspilz: erst gar nicht gebunden werden und dann von einer der seltenen blauen, die man sich besser nicht zum Feind macht. In der Hinsicht passt ihr wirklich ausgezeichnet zueinander. Wenn du schon sonst nur selten jemanden wirklich als ‘an deiner Seite stehend’ bezeichnen kannst, bist du dir bei ihr so sicher, wie bei niemandem sonst. Dann allerdings nicht in der Front Row zu stehen und ihren Dolchschwanz in die gefiederte Brust zu kurz geratener Löwe-Adler-Mischungen zu bohren, hat überraschend nicht für Wohlwollen gesorgt. Da stehst du nun also, machst irgendwie nie das, was man von dir erwartet. Brichst mit althergebrachten Traditionen und über Jahrhunderte hinweg übermittelten Wissen. Bist experimentierfreudig, denn nur, weil was die letzten 6 Jahrhunderte geklappt hat, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass man das nun auch so beibehalten muss. Findest du. Sonst niemand. Ist dir aber auch egal.
13 Ingameposts | 08.02.2025, 15:39
Militär Navarre
gespielt von Katja
31 Jahre
Reiter
Die Haltung gerade, den Kopf erhoben. Gehört sich so für einen Trevalion. Christian ist Stolz eben diesen Namen zu tragen. Ein Name, der auch gewisse Erwartungen mit sich bringt. Damit, dass er nicht der älteste Sohn ist, war schon früh klar, wie seine Zukunft aussehen würde. Der Reiterquadrant war nie eine Möglichkeit, sondern einfach eine gegebene Tatsache, die er aber auch nie groß hinterfragt hat oder damit gehadert hat. Die frühe Vorbereitung prägte den Charakter des Trevalions, Disziplin, der Wunsch sich zu messen und nicht nur gut - sondern besser zu sein, für ihn ganz normal. Eine gewisse Charakterstärke, eine gewisse Ausstrahlung, dem Namen keine Schande machen.

Christian ist zielstrebig und scheut sich auch nicht davor, seine Wünsche sehr konsequent durchzusetzen. Versagen ist einfach keine Option und so ist es kaum verwunderlich, dass er die Schmach, beim Dreschen ohne eine Drachenbindung zurückzukehren, nicht so stehen lassen konnte. Nur eine Woche später wurde ein Name mehr auf die Liste der Todesfälle gesetzt und Cair entschied sich dazu, Christians Entschlossenheit mit der Bindung zu ihr zu honorieren. Ein schlechtes Gewissen? Fragt man Christian danach, bekommt man von ihm wohl nur ein Schulterzucken. Offenbar war der frisch gebundene Reiter ja nicht stark genug gewesen, sonst hätte er ihn nicht töten können. Emotional stößt man bei Christian vor allem zunächst einmal auf eine kühle Distanz, begleitet von einer gewissen Herablassung und Arroganz. Unkontrollierte Gefühlsausbrüche sind bei ihm eher selten, seine Wut eher schneidend kalt und berechnend. Er ist überlegt und eher ein Kopfmensch, Entscheidungen trifft er bewusst und überdenkt die Konsequenzen, ehe er handelt. Impulsivität sieht er eher fast als Schwäche an. So ist es wohl kaum verwunderlich, dass er bei sich selbst häufig erste Impulse unterdrückt. Seine kontrollierte Art, die häufig kalt wirkt, mag vorherrschend sein und täuscht doch hin und wieder. Nicht immer lassen sich Gefühle in klare Bahnen und Vorstellungen pressen, egal ob es die eigenen oder andere sind. Zu lang aufgestaut kann es passieren, dass die auferlegte Kontrolle verloren geht und vor allem Wut sich entlädt. Passend zu seiner Siegelkraft Eismanipulation kalt und rücksichtslos.

So kalt er aber eben auch wirken mag, es definitiv sogar bevorzugt so wahrgenommen zu werden, ist das nicht alles, was seinen Charakter ausmacht. Familie ist für ihn nicht nur der Name und so sehr eine gewisse Berechnung immer eine Rolle spielt, ist die Bindung nicht nur Pflichtbewusstsein. Mag das Verhältnis zu seinen Brüdern zwar vor allem von einem gewissen Konkurrenzdenken geprägt sein, sind sie eben trotzdem wichtig und es ist mehr als reine Loyalität, die ihn an sie prägen. Und dann ist da natürlich auch noch seine Zwillingsschwester Calanthe. Wo er Dunkelheit und Kälte ist, ist sie Licht und Wärme. Wo er den für ihn geplanten Pfaden folgt, hat sie diese verlassen und geht ihren eigenen Weg. Manchmal beneidet er sie für diese Freiheit, die sie sich einfach genommen hat, manchmal versteht er nicht, wie sie sich so sehr von der Familie abwenden konnte und selbst auf Distanz zu ihr zu gehen, fällt ihm schwerer, als er es zugeben mag und er macht es weniger konsequent, als er es sollte. Auch wenn er es nicht offen ausspricht, ist er für sie froh, dass sie den Schritt gemacht hat, weil er sie gut genug kennt, um zu wissen, dass sie so ihr Glitzern behalten kann. Vielleicht ein wenig paradox, wenn man betrachtet, wie er in allgemeinen eher der Sicht seiner Familie folgt, dass Frauen nichts bei den Reitern zu suchen haben, sie schwächer sind und ihren Wert anders nutzen sollten - wichtige Verbindungen durch Ehen schaffen und sich darauf konzentrieren, als ihr Leben zu riskieren. Man sollte meinen, dass er schon genug Frauen begegnet ist, die dieser Meinung widersprechen… zumal da auch noch diese eine Frau ist, bei der er immer droht von dem Weg abzukommen, den er eigentlich eingeschlagen hat.
21 Ingameposts | 23.04.2025, 19:01
Militär Navarre
gespielt von Rieke
32 Jahre
Reiterin
Wer hoch fliegt, fällt tief und nicht immer kann man aufgefangen werden. Ein Risiko von vielen, die die aufgeschlossene junge Frau schon immer gern einging, ohne sich über Konsequenzen und schlechte Ausgänge Gedanken zu machen. Dabei war es nicht der Drang, das Leben so zu gestalten, wie man wollte, weil man nur eines hatte. Nicht die Leichtigkeit, an blindem Optimismus festzuhalten, weil schon nichts schiefgehen würde. Es war das Gefühl in ihr dass ihr sagte Diesen Schritt musst du noch gehen. – Und dann? – Dann schaust du, was passiert. Einen Schritt nach dem anderen und nicht selten einen Schritt zu weit. Über die gezogenen Grenzen hinweg, in einen Bereich, in dem Konsequenzen auf sie warteten. Schrammen, Blut, Tränen, Schweiß, einen atemlosen Moment, Sprachlosigkeit, harsche Worte. Dinge, denen sie erhobenem Hauptes stellte. Schon immer. Nicht ein einziges Mal kam ihr der Gedanke, dass sie das nicht müsste, wenn sie innerhalb der gezogenen Grenzen spielte. Aber das klang nicht nach ihr, reizte sie nicht. Besser, schneller, weiter. Eine riskante Mischung aus Spontanität, Ungeduld und Leidenschaft.

Aber wenn sie den Wind im Gesicht oder den Haaren spürt, hat es sich immer gelohnt. Wenn sie sich über den Ausgang einer dummen Aktion freut und reflexartig lachen muss, weil sie nicht darüber nachdenkt, dass sie andere in Gefahr gebracht hatte. Denn der Ausgang war ein Erfolg, die Stimme hatte Recht, das Bauchgefühl. An ihrer Seite ihr Drache, dem sie seit nun doch schon einigen Jahren blind vertraute. Er wusste, dass er bei ihr nie mit etwas rechnen konnte und sie wusste, dass sie immer damit rechnen konnte, dass er spontanen Eingebungen folgte, wenn er nicht gerade selbst einem Impuls nachging. Ein Duo, dass die Welt vermutlich auch ganz versehentlich in Schutt und Asche legen könnte, ohne es zu merken, bis man mit dem Zeigefinger darauf deutete. Dabei war es nicht so, dass Vidia absichtlich Schaden anrichtete oder Leute gefährdete. Nein, das Gegenteil: Sie wollte helfen. Wie man es ihr beigebracht hatte. Kleine Gesten, unausgesprochene Dinge. Impulsive Ideen, selbst wenn sie ein deutliches Nein! gehört hatte. Sie handelte, dann trug sie die Konsequenzen. Egal wie hart, egal wie lange. Und sie wuchs daran, denn auch in diesen Situationen setzte sie sich keinen Handlungsrahmen. Sie wartete ab, was passierte.

Was wäre, wenn sie schneller wäre? Was, wenn sie das, von dem Andere ihr abrieten, versuchte und es schaffte? Wie sollte sie es denn sonst herausfinden? Vidia hatte schon immer das Problem, dass sie dazu tendiert, Türen einzutreten, statt zu Klopfen. Zu oft kam sie damit davon. Zu oft hat sie sich gesagt, dass doch alles gut ist. Aber sie weiß auch, dass sie Glück hatte, weil ihr Dinge, auf die sie während ihrer Ausbildung vorbereitet wurde, noch nicht passiert waren. Manchmal, in winzigen Momenten, kaum länger als ein paar Sekunden, verglich sie Flugmanöver und Missionen mit einem Spiel, das einfach nur Spaß machte, weil man gewinnen konnte. Doch am Ende weiß sie, dass sie eine Soldatin war, keine Spielerin. Und zu gewinnen bedeutete oft das Ende für die andere Seite. Man wächst an seinen Aufgaben. Nicht immer schnell oder freiwillig, aber sie war auch nicht mehr die, die den Viadukt überquerte. Sie hatte gelernt. Aber im Kern war es einfach schwer, einem guten alten Risiko zu widerstehen.
23 Ingameposts | 23.03.2025, 13:28
Militär Navarre
gespielt von telfi
22 Jahre
Reiter
Wenn ein Sturm aufzieht und der Wind beginnt an der Kleidung zu zerren, der Himmel sich zusammenzieht und die Wolken nur brechen um heulend zu platzen, dann steht Raigan nicht weit weg. Inmitten davon fühlt er sich wohl, wenn er von einer Richtung zur anderen gezerrt wird und die Stürme eigentlich nur manches Mal sein inneres Chaos mimen.
Raigan ist der Sohn eines Drachenreiters und einer Heilerin. Der Drache seines Vaters ist ihm so vertraut, wie ein Familienmitglied, obwohl keinerlei sprachlicher Austausch passiert ist. Der Respekt und die Liebe vor und für Drachen, damit ist er aufgewachsen. Schon als kleiner Junge hat er mit den Händen am Fenster die Wesen in der Luft beobachtet. Eine Zeit lang sass noch seine Schwester neben ihm, die eine ähnliche Begeisterung für sie hegte. Aber nicht nur Drachenwissen war es, was Raigans Intelligenz und Wissensdurst bereits von Kindsbeinen an begleitet hat. Auch seiner Mutter sah er schon immer gerne über die Schulter, begleitete sie nach draussen, roch an den Tinkturen und Salben, die sie anmischte und fragte meistens etwas zu viel, als zu wenig. Ray ist wie ein Schwamm, ein Nimmersatt was Lernen angeht. Er schaufelt es in sich, als wäre er ausgehungert und findet sich danach manchmal etwas zu übersättigt vor. Sein Kopf versuchte schon immer ihn in einer Art Duell zu schlagen. Raigan hat schon früh gemerkt, dass Bewegung dagegen hilft, das Auspowern, das Entlangwandern und Überschreiten seiner physischen Grenzen. Er klettert und rennt, schwimmt und turnt. Erst, wenn er fast nicht mehr zu Atem kommt, wird sein Kopf manchmal ruhiger.
Raigan hat als kleiner Junge seine Schwester verloren und fragt sich noch heute manchmal, wenn nicht, ob sie beide als Drachenreiter geendet wären oder er doch seiner Mutter nachgeeifert hätte. Manche tragen Verluste mit sich, wie eine stählerne Haut, als würde es sie abhärten. Aber in Wahrheit stumpft es sie nur ab. Raigan trägt seine Gefühle im Gesicht, sie spiegeln sich in seinen Augen, der Art, wie er die Schultern manchmal hochzieht oder, wie er Luft holt. Das macht ihn nicht zu einem schlechteren Staffelführer, sondern zu einem verständnisvolleren.
Er ist ein Romantiker, wie seine Mutter. Er wird sein Herz wahrscheinlich nur einmal verlieren und das glaubt er bereits getan zu haben. Mit seiner Kameradin Wynne verbindet ihn mehr als nur Vergangenheit. Er sieht die Zukunft. Fraglich ist nur, ob sie es auch tut. Und auch das hält ihn manchmal wach. Darüber kann er mit seinem Vater sprechen, aber sobald er das Gesicht verzieht kickt der Instinkt gerade zu viel geteilt zu haben.
Bree, die Drachendame, die ihn gewählt hat, kennt ihn schon länger als bloss vom Marsch nach dem Gauntlet. Raigan hat sie bereits als Kind beobachtet, damals noch mit einem anderen Reiter. Ihre Wahl hat bestimmt dazu beigetragen. Seine nicht, denn Menschen wählen nicht wirklich. Dennoch fühlt er sich ihr dadurch noch einmal näher, vielleicht auch weil sie die gemeinsame Erinnerung an ein kleines Mädchen haben.

19 Ingameposts | 23.05.2025, 20:54
Basgiath War College

Charakter suchen
Exakte Schreibweise: